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Thema: Putins Russland

Dekoder. Russland entschlüsseln 1
Vom Online-Projekt zum ersten Jahrbuch

Cover-dekoder-JahrbuchIm Herbst 2015 startete das Online-Projekt dekoder.org, das mit dem Motto und Anspruch „Russland entschlüsseln“ daranging, das Land dem deutschen Publikum auf eine neue Weise zugänglich zu machen. „Journalismus aus Russland in deutscher Übersetzung“, so die Selbstbeschreibung von dekoder – vielfältige Texte werden aus dem Russischen ins Deutsche übertragen und eingeordnet. Jedem übersetzten Artikel wird ein kurzer Einleitungstext vorangestellt, der den Kontext erläutert; auch die herangezogenen Medien und Autor*innen werden eingeordnet und vorgestellt. Für diesen Ansatz sei das Projekt 2016 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden, so Rezensent Frank Kaltofen. Die übersetzten Beiträge stammen dabei aus liberalen und staatsfernen russischen (beziehungsweise russischsprachigen) Medien, oft Neugründungen für unabhängigen Journalismus, die vor allem im Web aktiv sind. dekoder erschließe seinem Publikum so einen neuen Informationsfundus: die russlandinternen medialen Debatten – und damit einen entscheidenden Teil des zivilgesellschaftlichen Diskurses in dem riesigen, für viele Europäer unbekannten Land. Denn journalistische Stimmen aus Russland seien in Deutschlands Medien kaum präsent. Eine Auswahl aus den ersten Jahren von dekoder liegt nun als Jahrbuch vor, das ein erstes gedrucktes „Best-of“ der auf dekoder.org veröffentlichen Texte bis ins Jahr 2019 bietet.
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Thema: Brexit

Boris Johnson
Porträt eines Störenfrieds

©DudenverlagDer ZEIT-Journalist Jan Roß zeichnet in seinem kurzweilig geschriebenen Porträt ein differenziertes Profil des britischen Premierministers. Zu Unrecht werde Boris Johnson an die Seite rechter Politiker gestellt. Tatsächlich sei er ein ‚Freihändler‘, ein praktizierender Umweltschützer und er betreibe eine werteorientierte Außenpolitik. Mithilfe eines Schnelldurchlaufs durch die wichtigsten biografischen Stationen gelingt es Roß, so Rezensent Vincent Wolff, die Person Johnson den Leser*innen näherzubringen; er ermöglicht einen Einblick in sein Denken und Agieren.

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Thema: Putins Russland

Putins neues Russland nach der Verfassungsreform
Die Sicht aus Kiew

Die von Präsident Putin im Januar 2020 initiierte Verfassungsreform hat weitreichende Auswirkungen für die russische Bevölkerung und für Moskaus Außenpolitik im postsowjetischen Raum, wie Wolodymyr Iwanov, Pawlo Klimkin und Andreas Umland aufzeigen. So könnten Bestimmungen der neuen Verfassung Mutter Heimat Statue in Volgograd wird saniertDie Mutter-Heimat-Statue in Wolgograd wird saniert. Sie wurde zum Gedenken an den Sieg der sowjetischen Streitkräfte im Großen Vaterländischen Krieg errichtet. Foto: Alexfas / Pixabayfortan explizit militärische oder hybride Unternehmungen Moskaus gegen prowestliche Tendenzen in Kiew, Kischinau, Tiflis sowie in Minsk rechtfertigen. Binnenwirtschaftliche Probleme im Kontrast zu den unerreichbaren Entwicklungszielen, wie in dem 2018 proklamierten „Exekutiverlass zu den nationalen Zielen und strategischen Ausrichtungen der Russischen Föderation bis 2024“, verdeutlichten zugleich die wirtschaftliche Sackgasse der Föderation. 2019 habe die Zahl größerer Proteste die Dreihundertmarke überschritten. Der vor diesem Hintergrund vom Regime beschlossene „Reset“ des politischen Systems zeichne sich nunmehr durch eine streng kontrollierte Bürokratie, ein verstaatlichtes Internet und eine imperiale Geschichtsmythologie aus. All dies stelle angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Fragilität des Landes eine besorgniserregende Entwicklung für Länder wie die Ukraine, Georgien oder Belarus dar. Obwohl das Regime scheinbar bereits in eine Phase der Agonie eingetreten sei, könnten seine letzten Konvulsionen außenpolitisch höchst gefährlich werden.
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Thema: digitale welt

Power To The People
Technologie und Demokratie

„Unsere Sympathie gilt den experimentellen und graswurzelhaften Versuchen, andere Formen von Autorität, Macht, Kontrolle, Verantwortung, Markt und Politik zu schaffen.“ Diese Sympathie wird im ganzen Text überdeutlich und die übergroße Themenbreite ebenso erreicht, jedoch leider nur, indem wichtige Themen lediglich stichpunktartig angerissen werden, schreibt Rezensent Rainer Lisowski. Ihn stört, dass wenig Konkretes gesagt wird, wie durch digitale Techniken die politische Arbeit, insbesondere die der Parteien, verbessert werden könne.

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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Thema: Die Polarisierten Staaten

Donald Trump und die Politik
Eine Zwischenbilanz

Den Herausgebern geht es weniger um eine Annäherung an den 45. Präsidenten als „um eine Darstellung und Analyse der von ihm und seiner Administration verfolgten politischen Agenda [...] und nicht zuletzt den Erfolgen und Niederlagen der amtierenden Administration.“ Ihr Fazit lautet, dass Trump nicht mit allen Traditionen gebrochen, sondern vorhandene gesellschaftliche Entwicklungen verstärkt, einiges unverändert gelassen und wenige Politikbereiche fundamental neu aufgesetzt hat.

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