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Thema: Armut im Wohlstand

Über die Angst vor dem Abstieg
Konsequenzen für die gesellschaftliche Teilhabe

Fahrstuhl Foto Thea N. flickr Lizenz CC BY 2.0„Der Fahrstuhl der Gesellschaft, den Ulrich Beck Mitte der 1980er-Jahre nach oben hat fahren sehen, ist mittlerweile für große Teile der Bevölkerung steckengeblieben“. Foto: Thea N. (flickr, Lizenz CC BY 2.0)Lasse Eggert setzt sich mit den aktuellen Debatten in Politik, Gesellschaft und Medien auseinander, denen zufolge eine Zeit sozialer Unsicherheit und großer gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Umbrüche eingetreten ist. Der Wandel des Arbeitsmarktes im Kapitalismus, so die These, habe deutliche Tendenzen der Prekarisierung hervorgebracht, die wiederum Mechanismen der gesellschaftlichen Desintegration auslösten. Damit einher gehe eine diffuse Angst vor dem sozialen Abstieg, die weit bis in die Mitte der Gesellschaft reiche. Nicht die konkrete Erfahrung von Arbeitslosigkeit oder sozialem Abstieg sei entscheidend, sondern die Erwartung, dass dies eintreffen könnte, bestimme die Wahrnehmung. Eggert beleuchtet daher mit Blick auf den Wohlfahrtsstaat und die sozialen Sicherungssysteme die Wirkungen der neoliberalen Agenda auf das Individuum wie die Gesellschaft: Werte wie Solidarität und Gerechtigkeit seien erodiert, Erfolg und Misserfolg seien individualisiert worden und es sei eine „Ideologie der Ungleichwertigkeit“ entstanden, die Resignation und politische Apathie hervorgerufen habe. In diesem Spannungsfeld von strukturellem Wandel und Einstellungsmustern spiele das Phänomen der Angst eine wichtige Rolle, die ernst genommen und weiter erforscht werden müsse.
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Thema: China

Kriegsgefahr im Pazifik?
Die sino-amerikanische Rivalität

Cover Kriegsgefahr im PazifikDas 21. Jahrhundert wird von der Rivalität zwischen den USA und China geprägt sein. Wir befinden uns an einer Weggabelung, an der noch nichts ist, aber alles werden kann. In diesem Kontext geht Michael Paul der Frage nach, wie sich die sino-amerikanische Rivalität insbesondere im Pazifik entwickeln könnte. Dabei schaut er aus einer maritimen Perspektive auf die Akteure, deren Ziele und die geopolitischen Gegebenheiten. Das Buch ist ein fundierter Beitrag zur Debatte, ob die Rivalität zwischen China und den USA mit einer „Thukydides-Falle“ vergleichbar und somit ein Krieg unausweichlich ist.
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Thema: Integrationspolitik in Deutschland

Frauen, Flucht und Sicherheit
Anforderungen an den Schutz weiblicher Geflüchteter in Deutschland

19 MannitzIn vielen Gemeinschaftsunterkünften fehlt ein Gewaltschutzkonzept. Foto: Passauer Registrierungscenter für Flüchtlinge im Jahr 2015 (EU-Kommission, Audiovisueller Dienst)Etwa die Hälfte aller weltweit Geflüchteten sei weiblich, aber nur 35 bis 40 Prozent der in Deutschland Asylsuchenden, schreiben Frauke Binnemann und Sabine Mannitz. Ein Grund: Männer wagten meist als Erste die Flucht und hofften auf den Familiennachzug. Der im Koalitionsvertrag vereinbarte stark beschränkte Familiennachzug treffe daher vor allem Frauen und Kinder – obwohl die Erkenntnis, dass die Geschlechterdimension beim Thema Flucht und Asyl eine Rolle spiele, seit einigen Jahren verstärkt Aufmerksamkeit erfahre. Einerseits zählten geschlechtsspezifische Verfolgung und Gewalterfahrungen zu den Fluchtursachen, andererseits seien Frauen und Kinder auf den Fluchtrouten besonderen Gefahren ausgesetzt. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen beschreibe den Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Verfolgung im Kontext des Fluchtgeschehens daher als eine globale Aufgabe. Trotz Fortschritten sowohl auf der Ebene der Gesetzeslage als auch in der Praxis gebe es aber zum Teil noch große Defizite, auch in Deutschland, wo der Frauenanteil unter den Asylsuchenden zuletzt etwas angestiegen sei. Insbesondere bei der flächendeckenden Umsetzung von Gewaltschutzkonzepten und der vollständigen Umsetzung der Istanbul-Konvention bestehe Nachholbedarf.
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Thema: Radikalisierung

Djihadisten in den USA
Herkunft und Motive der Täter

In dieser Studie für die RAND Corporation versucht Brian Michael Jenkins die Ursachen des islamistischen Terrorismus in den USA zu ergründen. In den Mittelpunkt stellt er dabei diejenigen Djihadisten, die dort Anschläge verübt oder geplant haben. Zur Erklärung zieht er deren Lebensläufe heran und untersucht diese auf biografische Besonderheiten. Das übergreifende Ziel seiner Analyse ist, die Einwanderungs- und Einreisebestimmungen sowie das Handeln US-amerikanischer Sicherheitsbehörden mit Blick auf deren Fähigkeit, islamistische Anschläge zu verhindern, kritisch zu hinterfragen.
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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

SIRIUS: Kommentar

Atomwaffen verbieten?
Abkommen in der Schwebe

Der Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons – TPNW) befindet sich in der Schwebe. Er hat zwar viele Unterzeichner, aber es haben nicht genügend Staaten die Ratifikationsurkunden hinterlegt, um sein Inkrafttreten zu ermöglichen. Dementsprechend hat sich die Debatte über das Verbot von den Korridoren der Vereinten Nationen in die nationalen Hauptstädte verlagert, wie Brad Roberts in seinem Kommentar schreibt. Politiker, politische Parteien und Parlamente müssen nun entscheiden, ob sie das Inkrafttreten des Vertrags weiter verfolgen wollen oder nicht.
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