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Rezension

Zerbricht der Westen?
Über die gegenwärtige Krise in Europa und Amerika

Freiheitsstatue. Foto: Ronny Sommerfeldt, flickr (Lizenz CC BY-ND 2.0)Freiheitsstatue. Foto: Ronny Sommerfeldt, flickr (Lizenz CC BY-ND 2.0)Die kurze Zeitspanne von etwa Mitte 2015 bis Ende 2017 steht im Mittelpunkt dieses Buches von Heinrich August Winkler. Damit rücken jüngere Ereignisse und Entwicklungen, die die krisenförmige Lage der westlichen Welt unterstreichen, in den Fokus seiner Beobachtungen: die Fluchtmigration von 2015, die Vertrauenskrise der EU, der Brexit, ein sich ausbreitender Populismus und vieles mehr. Man gewinnt bei der Lektüre den Eindruck, dass Winkler, nah am Zeitgeschehen, sein Buchprojekt stetig erweitern musste, um eben jenen westlichen krisenhaften Zustand erfassen zu können, schreibt Rezensent Axel Gablik. Der Autor habe seine kritische Chronistenaufgabe so eindrucksvoll nachhaltig umgesetzt, dass seine Urteile auch heute noch Bestand haben, zumal die Krisen, von denen Winkler schreibt, auch 2019 nichts von ihrer Schärfe verloren haben. Eine Antwort auf die Titelfrage liefert Winkler freilich nicht – sie wäre spekulativ und mithin überhaupt das Gegenteil dessen, was er in seinem Buch präsentiert, so Gablik. Deutlich wird Winkler aber in seinem Urteil darüber, ob der Westen seine weltweite Ausstrahlung und Geltungskraft behalten könne – dies hänge vor allem vom Westen selbst ab. Und so liest sich sein Buch in erster Linie als Appell an unsere Verantwortung.
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Populismus für Anfänger
Anleitung zur Volksverführung

Cover Rez MRO PopulismusWalter Ötsch und Nina Horaczek legen Kernprinzipien des Populismus dar. Ihr Ansatz, das Buch als Anleitung für Jung-Populisten zu schreiben und durch diese Überspitzung die zugrunde liegenden Mechanismen zu veranschaulichen, hält Rezensent Michael Rohschürmann für erfrischend. Sie bieten sozusagen einen Werkzeugkasten des Populismus. Dabei werde deutlich, dass Populismus in erster Linie von Schwarz-Weiß-Dichotomien lebe, von der Reduktion auf „Wir“ und „die Anderen“ und der Schaffung klarer Gruppengrenzen. Kritisch sieht er, dass sich, entgegen des Titels, der Fokus allein auf rechte Parteien richte.
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Kampf um die Ukraine
Ringen um Selbstbestimmung und geopolitische Interessen

Nach Meinung des Rezensenten Johann Siemers werden in diesem Sammelband die drei Dimensionen der Ukrainekrise sehr gut zusammengefasst: Bei den Protesten auf dem Maidan 2013/14, dem Krieg in der Ostukraine und der russischen Annexion der Halbinsel Krim gehe es um die geopolitischen Interessen RussDer Maidan in Kiew, auf dem es 2013/14 zu Protesten kam. Foto: skyler-110 / PixabayDer Maidan in Kiew, auf dem es 2013/14 zu Protesten kam. Foto: skyler-110 / Pixabaylands und des Westens, die politische Selbstbestimmung der Ukraine und um die Zukunft der europäischen Sicherheitsordnung. Momentan deute vieles darauf hin, dass der Konflikt in der Ukraine dauerhaft ungelöst bleibt. Daher plädiert Wolfgang Zellner für möglichst intensive Kontakte zwischen den Bevölkerungen, eine wirtschaftliche Verflechtung und ein geringes militärisches Eskalationspotenzial. Jana Puglierin hält es für gefährlich, dass Russland und der Westen keine gemeinsame Vision einer transatlantischen und europäischen Friedensordnung haben. Denn anders als im Kalten Krieg gebe es heute keine funktionierende Rüstungskontrolle und keine gegenseitigen Konsultationen zum Zwecke militärischer Transparenz. Vladislav Belov von der Russischen Akademie der Wissenschaft zitiert die Worte von Angela Merkel, wonach dauerhafte Sicherheit in Europa nur mit und nicht ohne Russland möglich sei. In den Protesten auf dem Euromaidan sieht Maryana Hnyp eine Revolution der Würde sowie die Geburtsstunde einer neuen Zivilgesellschaft und einer neuen Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine.zur Rezension


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Der Kampf um die Weltordnung
Eine strategische Betrachtung

Stehen wir vor dem Heraufziehen einer neuen Weltordnung? Diese Frage stellt Matthias Herdegen – er lehrt in Bonn Öffentliches Recht und Völkerrecht – in den Mittelpunkt seiner Analyse, die er sowohl aus politikwissenschaftlicher als auch aus juristischer Perspektive beleuchtet. Dabei stellt er gängige Theorien der internationalen Politik dar, erläutert seine Vorstellungen vom Begriff der Macht und beschreibt die Inhalte einer internationalen Ordnung. Bei der Lektüre wird nach Meinung des Rezensenten die Skepsis des Autors an der derzeitigen kontinentaleuropäischen Außenpolitik deutlich.

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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

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Warum Demokratien scheitern
Zum Konzept der Massengesellschaft

Das Werk des emeritierten Professors für Politikwissenschaft an der Universität von Honolulu, Michael Haas, reiht sich, wenig überraschend, in die gegenwärtig geradezu explodierende Menge an Publikationen zum Zustand unserer Demokratie ein. Auch Haas‘ Werk steht im Kontext der Zunahme populistischer Strömungen, die als Gefahr für die westliche, liberale Demokratie verstanden wird. Sein Erklärungsansatz ist umfassend. Im Mittelpunkt steht das Paradigma der Massengesellschaft, das er in einer bestimmten Weise verwendet und ihm dadurch eine spezielle Prägung verleiht.

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