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Thema: Donald Trump und die Polarisierten Staaten von Amerika

Trump und Lateinamerika
Zwischen Monroe-Doktrin und Nichtbeachtung. Eine Analyse von Detlef Nolte

Summit of the Americas1Als erster US-Präsident hat Donald Trump auf eine Teilnahme an dem Gipfeltreffen der Amerikas, das alle drei Jahre stattfindet, verzichtet. (Foto: Ministerio de Relaciones Exteriores Peru).Während der damalige US-Außenminister Rex Tillerson im Februar 2018 noch die Monroe-Doktrin beschworen hatte, um Lateinamerika vor der wachsenden Präsenz Chinas zu warnen, verzichtete Donald Trump im April als erster US-Präsident auf eine Teilnahme an dem seit 1994 alle drei Jahre stattfindenden Gipfel der Amerikas. Die US-Politik gegenüber Lateinamerika schwankt zwischen dem Rückfall in alte Verhaltensweisen und Nichtbeachtung, wobei sie vor allem innenpolitisch begründet ist und dabei Politikfelder der sogenannten „intermestic politics“ umfasst, die Innen- mit Außenpolitik verknüpft, wie Migration und Drogenhandel. Hinzu kommen Handelsfragen: Mit ihrem Leitmotiv des „America first“ übt die US-Regierung auch auf Lateinamerika und vor allem auf Mexiko handelspolitischen Druck aus. Festzustellen ist, dass Lateinamerika auf diese Herausforderungen uneins reagiert. Es gibt keine Präsidenten, die eine Führungsrolle übernehmen und eine gemeinsame Position gegenüber den USA entwickeln könnten, viele lateinamerikanische Regionalorganisationen sind paralysiert. Zudem könnten die sich verschärfenden Auseinandersetzungen zwischen den USA und der Volksrepublik China auf Lateinamerika übergreifen, nachdem Chinas Präsenz dort in der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA vom Dezember 2017 als Bedrohung eingestuft worden ist.
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Thema: Digitale Welt

Arbeitswelt 4.0
Wer arbeitet noch was?

SheffieldFoto:Ein Bessemer-Konverter, ausgestellt vor dem Kelham Island Museum in Sheffield

In den hier vorgestellten Studien werden die Automatisierungspotenziale gegenwärtig vorhandener Arbeitsplätze geprüft und wichtige Fragen aufgeworfen: Wie kann einer Polarisierung auf dem Arbeitsmarkt entgegengewirkt werden? Sollten Berufe, in denen der Mensch unverzichtbar ist, aufgewertet werden? Wer setzt sich noch für die prekär Beschäftigten ein, die in den neu entstehenden, meist einfachen Dienstleistungsjobs arbeiten?

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Thema: leben und arbeiten in der digitalen welt

Automatisierungsdividende und gesellschaftliche Teilhabe
Die Politik sollte sich in die Debatte über die Digitalisierung einschalten

Eine nüchterne Einschätzung der Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt falle derzeit nicht leicht, schreibt Florian Butollo, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Projektgruppe „Globalisierung, Arbeit, Produktion“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. In seinem Essay verweist er darauf, dass die Digitalisierung anders Duisburg Landschaftspark Duisburg Nord DetailDie Gewerkschaften sind gesellschaftlich in die Defensive geraten, so die Diagnose – auch schon vor dem durch die Digitalisierung einsetzenden Strukturwandel. Im Bildausschnitt: Dieser einstige Hochofen ist heute Teil des Landschaftsparks Duisburg-Nord (aufgenommen von Dietmar Rabich / Wikimedia Commons).als häufig suggeriert keineswegs in einem technikdeterministischen Stufenmodell durchgesetzt wird, sondern wir es mit einem heterogenen Technologiebündel zu tun haben. Der damit verbundene wirtschaftliche Strukturwandel werde allerdings als Treiber von Ungleichheit genutzt: Demnach stehen den wegrationalisierten Beschäftigungsverhältnissen zwar in nahezu gleicher Anzahl neue Jobs gegenüber. Diese entstehen allerdings vor allem im Bereich der einfachen Dienstleistungen mit schlecht bezahlten und prekär Beschäftigten. Butollo plädiert dafür, diese neue soziale Polarisierung der Arbeitswelt nicht unwidersprochen als automatisches Produkt des technologischen Wandels hinzunehmen. Wichtig sei es, dass die Politik ihre Rolle in der Debatte über die Digitalisierung einnehme und sich den Fragen der Umverteilung und Aufwertung ganzer Berufsbereiche stelle. Auch sollte das Thema einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich wieder auf die Agenda gesetzt werden.
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Thema: Obama-Administration

Widersacher und Wegbereiter
Der Einfluss der Tea Party

Die Tea Party nimmt für sich in Anspruch, eine Graswurzelbewegung zu sein. Michael Oswald kommt zu einer gegenteiligen Diagnose: Trotz einer durchaus beträchtlichen Binnenheterogenität handelt es sich um eine strategisch aufgebaute Protestbewegung, gesteuert von einem sendungsbewussten Netzwerk aus superreichen Financiers, Medienakteuren wie Fox News und konservativen Thinktanks. Der in ihrer Blütezeit amtierende Präsident Obama sei – mit rassistischen Untertönen – als Sozialist diffamiert und der gesamte Diskurs der Republikanischer nach rechts verschoben worden.
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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Thema: Krise der EU

Neue Regeln für das EU-Budget
Haushalt und Integration

Die europäische Integration ist in ihrer Entwicklung eng an das Budget der EU gebunden, das zu drei Vierteln von den Mitgliedstaaten aufgebracht wird. Kurz vor dem Brexit, mit dem einer der größten Beitragszahler die Union verlassen wird, und vor dem Ablauf des mehrjährigen Finanzrahmen liegt mit „The New Politics of the European Union Budget” eine Artikelsammlung vor, mit der die Bedeutung des Budgets und aktuelle Diskussionen gespiegelt werden. Dabei wird unter anderem die Regelung, dass sich die Mitgliedstaaten einstimmig über den Haushalt einigen müssen, kritisch hinterfragt.
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