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SIRIUS: Analyse

Erweiterte Abschreckung in Asien
Aktuelle Lehren für Europa. Eine Analyse von Michael Rühle

war memorialSüdkoreanische Armeeangehörige in traditioneller Kleidung bei einem Empfang des damaligen US-Verteidigungsministers Robert Gates und Außenministerin Hillary Clinton am Kriegsdenkmal in Seoul, 21. Juli 2010. (Foto: Cherie Cullen / Wikimedia Commons)Mit dem Test einer neuen Langstreckenrakete erklärte sich Nordkorea im November 2017 einmal mehr zur „vollständigen“ Atommacht. Das Land, so die offizielle Verlautbarung, sei nun im Besitz einer Interkontinentalrakete, die das ganze Territorium der USA erreichen könne. Die US-Politik der „erweiterten Abschreckung“ für die asiatischen Verbündeten ist damit noch stärker unter Druck geraten. Die nuklearen Ambitionen Nordkoreas wie auch die zunehmend selbstbewusste Außenpolitik Chinas werfen Fragen hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des nuklearen „commitment“ der USA gegenüber Japan und Südkorea auf. Mit der Amtsübernahme durch Donald Trump, der die globalen Bündnisverpflichtungen seines Landes zunächst zu relativieren schien, und mit der Zunahme der politisch-militärischen Provokationen Nordkoreas hat sich die Lage erheblich zugespitzt. Das Resultat ist die dramatische Zunahme von Stimmen aus Asien wie auch aus den USA, die eine nationale nukleare Option für Japan und Südkorea für den Fall fordern, dass die Vereinigten Staaten den Schutzverpflichtungen diesen Verbündeten gegenüber nicht mehr glaubwürdig nachkommen können. Damit ist die erweiterte Abschreckung einmal mehr zum Dreh- und Angelpunkt US-amerikanischer Ordnungspolitik geworden – auch und gerade als Instrument zur Einhegung der nuklearen Proliferation.
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Thema: Barack Obama

Von der Hoffnung zur Desillusion
Der weltweite Blick auf eine Ära

Cover The World Views of the Obama EraMit seiner Botschaft von „Hope“ und „Change“ weckte Obama in vielen Ländern rund um den Globus Erwartungen auf ein neues, konstruktives Engagement der US-amerikanischen Außenpolitik. In diesem von Matthias Maass herausgegebenen Sammelband stehen die Hoffnungen und Erfahrungen in verschiedenen afrikanischen, asiatischen und arabischen Länder im Vordergrund. Die Auswertung der bilateralen Beziehungen zu Russland und Israel werden zudem in einen größeren historischen Kontext gestellt. Insgesamt zeigt sich, dass auf die hohen Erwartungen nicht selten Enttäuschung über das selbst- oder fremdverschuldete Nichterreichen großer Ziele folgte.

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Thema: Deutschland im Energiewandel

Die politische Umsetzung der Energiewende
Soziales Nachhaltigkeitsbarometer des IASS gibt Hinweise

36 Setton WaermedaemmungEine deutliche Mehrheit der Bevölkerung befürwortet die Energiewende. Mit den einzelnen Maßnahmen, wie hier bei der energetischen Gebäudesanierung, ist aber noch längst nicht jeder zufrieden. (Foto: Wikimedia-Commons)Für das Gelingen der Energiewende sei es entscheidend, so Daniela Setton und Ortwin Renn, wie beim Ringen um die richtigen Lösungen mit sozialen Zielen wie Gerechtigkeit, Beteiligung und Sozialverträglichkeit umgegangen werde. Die Energiewende müsse als gesamtgesellschaftliches Gemeinschaftswerk verstanden werden, bei dem sich alle Teile der Gesellschaft in gleichem Maße angesprochen fühlen und sich aktiv einbringen können. Um die Einstellungen verschiedener Bevölkerungsgruppen in Deutschland im Hinblick auf die Energiewende sowie politische Handlungsbedarfe zu erkennen, wurde unter Federführung des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) ein Monitoringinstrument erstellt: das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Energiewende 2017. Ausgewählte Ergebnisse werden in diesem Beitrag vorgestellt. Dabei zeigt sich zwar eine breite Unterstützung in der Bevölkerung für die Energiewende quer durch alle Bildungs-, Einkommens- und Altersgruppen, gleichermaßen auf dem Land wie in den Städten und auch quer durch alle politischen Lager. Weniger positiv wird jedoch die politische Umsetzung der Energiewende in Deutschland eingeschätzt: Wenngleich ein Großteil diese unterm Strich eher als gut bewertet, hält jeder Zweite die Energiewende für eher ungerecht und nur jeder Fünfte findet sie bürgernah.
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Thema: Agenda 2030

Soziale Nachhaltigkeit
Die aktuelle Debatte

Im akademischen Nachhaltigkeitsdiskurs wird meist vor allem die ökologische Dimension betrachtet. Aber gehören soziale Herausforderungen nicht auch zu dieser Debatte? Lässt sich gar von sozialer Nachhaltigkeit sprechen? In den Sustainable Development Goals werden soziale Nachhaltigkeitsziele in Relation zu den ökologischen und ökonomischen Zielen deutlich aufgewertet. Doch lassen sich ökologische und soziale Ziele immer sinnvoll verknüpfen? Michael Opielka und Ortwin Renn haben diese Fragen bearbeitet und ihre Ergebnisse im November 2017 auf einem Symposium in Potsdam präsentiert.
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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

SIRIUS: Rezension

Historie der Rüstungswettläufe
Ursache und Funktion

In diesem von Thomas Mahnken, Joseph Maiolo und David Stevenson herausgegebenen Sammelband wird die Bedeutung von Rüstungswettläufen (oder besser gesagt: von Rüstungskonkurrenzen) in historisch vergleichender Weise untersucht. Anhand von zwölf Fallstudien wird deutlich, dass gängige Annahmen über ihre Ursachen, etwa durch technologische Innovationen, zu kurz greifen. Die Autoren stellen in ihren Analysen daher vor allem die Bedeutung politischer Entscheidungen heraus. Dazu gehört auch die Funktion von Abschreckung, Konkurrenzen zu stabilisieren oder zu beenden.
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