Portal für Politikwissenschaft

Thema: Brexit

To fear or not to fear – Brexit als Sieg von Angst und Wut?
Katrin Lampe über Negative Campaigning in den Referendumskampagnen

„Remainer im Einsatz”, im Rahmen des March for Europe, der Demonstration anlässlich des 60. Jubiläums der Römischen Verträge am 25. März 2017 in Rom. Foto: Sabine Steppat„Remainer im Einsatz”, im Rahmen des March for Europe, der Demonstration anlässlich des 60. Jubiläums der Römischen Verträge am 25. März 2017 in Rom. Foto: Sabine SteppatDass Angst und Wut eine treibende Kraft im Referendumswahlkampf spielten und sowohl Nigel Farage als auch David Cameron die Strategie des Negative Campaigning praktizierten, um Wähler*innen zu mobilisieren, erklärt Katrin Lampe. Mit dem Begriff der Negativkampagne, der seinen Ursprung in den USA hat, wird die Diffamierung des Anderen in einer politischen Kampagne bezeichnet, die oftmals mit persönlichen Anfeindungen, mit der Schaffung eines Feindbilds und dem Schüren von Ängsten einhergeht. In ihrer Analyse der Referendumskampagnen geht die Autorin der Frage nach, inwiefern die Entscheidung der Wähler*innen nicht nur durch Fakten, sondern durch rhetorische Strategien und substanzlose Inhalte beeinflusst wurden. Farage habe in seiner Kampagne das Bild von der EU gezeichnet, die Großbritannien seiner Macht beraubt habe und das Land nun beherrsche. Eine angeblich ausufernde Migration, das Eindringen von Terroristen ins Land, der Verlust von Jobs und Kapital gefährdeten die Existenz des Vereinigten Königreichs. Schuld sei die EU, die Farage zum Feindbild gemacht und Remainer als Lügner*innen diskreditiert habe. Aber auch Cameron habe sich negativer Inhalte bedient, wie Katrin Lampe aufzeigt. Grundsätzlich seien Negativkampagnen problematisch, sie haben das Potenzial, demokratische Strukturen von Wahlkämpfen zu untergraben.
zur Analyse


Thema: digitale welt

Digitale Politikwissenschaft?
Globale Perspektiven

Cover Political Science and Digitalization

Die Autor*innen dieses Konferenzbandes gehen den Fragen nach, wie mit den neuen und enormen Datenmengen in Politik- und Sozialwissenschaften umgegangen werden soll und wie sich Lehre und Forschung in den beiden Disziplinen ändern müssen? Mit 20 Beiträgen aus unterschiedlichen Ländern bietet der Band einen gelungenen Überblick über den Einsatz von digitalen Hilfsmitteln in Forschung und Lehre. Die überraschende Erkenntnis ist, dass die Digitalisierung einer Gesellschaft keine Rückschlüsse auf die Nutzung von digitalen Technologien an den Hochschulen zulässt.

zur Rezension

Thema: Putins Russland

Das Moskauer Patriarchat
Wie die ukrainische Autokephalie negiert wird

Im Januar 2019 wurde der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) durch das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel die kirchliche Unabhängigkeit gewährt, was zu Konflikt mit der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) führte. Die ROK halte die Handlungen des Ökumenischen Patriarchats für willkürlich und sehe darin einen Verstoß gegen die orthodoxen Kanones. In ihrer Argumentation folge die Moskauer Kirchenleitung dem außenpolitischen Putin im Patriot Park mit dem Vertreter der Russisch Orthodoxen Kirche im September 2018. Foto: Kreml, Wikimedia Commons, CC BY 4.0Putin im Patriot Park mit dem Vertreter der Russisch Orthodoxen Kirche im September 2018. Foto: Kreml, Wikimedia Commons, CC BY 4.0Diskurs der russischen Staatsführung, der die Ukraine als Aggressor gegenüber russophonen ukrainischen Staatsbürgern darstelle, schreiben Christine Borovkova und Andreas Umland. Das Moskauer Patriarchat befinde sich in einem Dilemma. Die ROK sei – als Nationalkirche eines Staates, der in zunehmend gewalttätige regionale und geopolitische Kämpfe um Einfluss involviert sei – zu einer Geisel der zunehmend expansionistischen Stimmungen in Russlands politischer Elite geworden. Sowohl in seiner Auseinandersetzung mit Konstantinopel als auch in seiner Konfrontation mit Kiew folge das Moskauer Patriarchat der Herangehensweise des Kremls zu internationalen Organisationen sowie dem ukrainischen Staat und damit Mustern einer überkommenen Großmachtpolitik. Als De-facto-Abteilung der russischen Regierung schließe sich die ROK dem russischen Präsidenten in seinem Versuch an, die russische Geopolitik neu zu definieren.zur Analyse


Thema: Rechtspopulismus und Medien

Radikalisierungsmaschinen
Wie Extremisten uns manipulieren

Julia Ebner stellt die These auf, dass die Politik dieser Tage Gefahr laufe, einer toxischen Paarung aus ideologischer Vergangenheitssehnsucht und technologischem Futurismus anheimzufallen. Denn Extremisten seien beim Bau der „Radikalisierungsmaschinen“  technisch auf dem neusten Stand: künstlich intelligent, emotional manipulativ und mit Wirkungsmacht auf Gesellschaften weltweit. Anhand von Beispielen aus dem Umfeld von Rechtsextremismus und Islamismus veranschaulicht Ebner, wie sich Radikalisierungsprozesse im Bereich der neuen Technologien vollziehen.

zur Rezension

suchen & finden

Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Rezension

Kritik der wehrhaften Demokratie
Eine Diskursanalyse

Maximilian Fuhrmann setzt sich kritisch mit der im Grundgesetz verankerten Idee der wehrhaften Demokratie auseinander, die er anschließend an Chantal Mouffe und Ernesto Laclau einer Dekonstruktion mittels Diskursanalyse unterzieht. Er sieht in der wehrhaften Demokratie ein konservativ-hegemoniales Projekt, dessen Fokus sich aus dem Bereich der Justiz in den Bereich der Exekutive verschoben habe. Insgesamt habe sich die wehrhafte Demokratie als Hindernis für die Demokratisierung Deutschlands erwiesen und etwa das Erstarken des rechten Spektrums nicht verhindern können.

zur Rezension

Suchen...