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SIRIUS: Sammelbesprechung

Hintergründe und Folgen der US-Präsidentschaftswahlen 2020
Präsident Joseph Biden vor einem doppelten Dilemma

Sammelbesprechung von Tanja Thomsen

Sirius Cover Heft 1 2021Trotz der Abwahl Donald Trumps wirkt der Trumpismus unbestreitbar fort. Dieser hat die Schatten, die das US-amerikanische Demokratieprojekt seit Anbeginn umgeben – Rassismus, Nativismus und die Furcht vor einer starken Regierung – heraufbeschworen und in seinen Dienst genommen. Medial inszenierter Streit, Verbreitung von Unwahrheiten, unbeirrbares Freund-Feind-Denken sowie Missachtung von Institutionen sind nicht mit dem Machtwechsel im Weißen Haus verschwunden. Das haben die Ereignisse um die Erstürmung des Kapitols gezeigt. Innenpolitisch muss Trumps Nachfolger, Joseph Biden, daher eine US-Bevölkerung versöhnen, deren Lager so stark voneinander getrennt sind wie zuletzt nach dem Bürgerkrieg. Gleichzeitig haben die vergangenen Jahre Spuren in den Beziehungen der USA zur restlichen Welt hinterlassen – auch hier gilt es, die Verhältnisse neu auszutarieren. Allianzen müssen wiederbelebt und systemische Konkurrenten in die Schranken gewiesen werden. Daher stellen wir die Analyse von Joachim Krause und den Kommentar von Jackson Janes aus dem SIRUS-Heft 1/2021 vor, die sich vor diesem Hintergrund mit der Auswertung der Ereignisse sowie mit den Ausblicken der USA angesichts innen- und außenpolitischer Herausforderungen befassen.
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Thema: Die Polarisierten Staaten

USA im Kalten Bürgerkrieg
Verlust der Mitte

Rezension von Sebastian Hünermund

Ltjen Amerika im Kalten BrgerkriegTorben Lütjen zeige die strukturellen Bedingungen für die extreme Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft und Politik auf, so Rezensent Sebastian Hünermund.. Die „historische Sattelzeit der Polarisierung“ reiche von den frühen 1960er- bis zu den frühen 1980er-Jahren zurück. In dieser Zeit hätten sich drei Spaltungslinien ausgeprägt, an denen der amerikanische Konsens nach und nach zerbrochen sei. Zudem habe eine zu starke Individualisierung dazu geführt, dass sich die Bürger*innen in ideologischen Echokammern bewegten. Nicht Trump habe also die Polarisierung geschaffen, sondern die Polarisierung Trump – mit erheblichen Folgen für die institutionelle Ordnung.


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Thema: Die Polarisierten Staaten

America First
Donald Trump im Weißen Haus. Eine Bilanz

Rezension von Arno Mohr

Arno Mohr nimmt das Buch von Stephan Bierling, Professor für Internationale Beziehungen in Regensburg, zum Anlass, essayistisch auf die zurückliegende Regentschaft Trumps zu blicken Bierling America First Donald Trump im Weissen Hausund dessen Handeln unter den Schlagwörtern Byzantinismus und Caesarismus zu erörtern. Diese Prinzipien habe sich Trump zur Maxime seines Regierungshandelns beziehungsweise seiner -rhetorik gemacht. Bierling untermauere anhand zahlreicher Beispiele, dass sich Trumps Geltungssucht sowohl in der Innen- als auch der Außenpolitik gezeigt habe. Der Regierungsapparat habe sich in ein personifiziertes „Herr-Knecht-System“ gewandelt, Parteigänger, die über wenig Regierungspraxis verfügten, aber dem Präsidenten bedingungslos dienten, habe er bevorzugt in seinen Stab berufen. Trump sei vor allem „Instinktpolitiker“, kompetente Expertise habe er oftmals unkommentiert zur Seite gewischt. Der Hang, auch die Außenpolitik seinem Byzantinismus unterzuordnen, habe sich aber zum Teil als kontraproduktiv erwiesen. Es sei Trump nicht gelungen, für sein Land substanzielle Ergebnisse zu erzielen. Um einen Präsidenten ähnlichen Typs zukünftig zu verhindern, sollten sich die USA nach Meinung des Rezensenten gesellschaftlich modernisieren – vor allem in politisch-kultureller Hinsicht.


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Thema: Obama

Barack Obama
Ein verheißenes Land

Rezension von Vincent Wolff

In diesem Teil seiner Autobiografie gewährt Barack Obama Einblicke in die ersten zwei Drittel seines Lebens. Er will den Leser*innen einen Eindruck davon vermitteln, „wie es sich anfühlt, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein“. Sein Buch richtet sich auch an junge Menschen, die er motivieren will, an sich und Amerika zu glauben. Das Einräumen eigener Fehler und seine Fairness bei der Beurteilung politischer Gegner hält Rezensent Vincent Wolff für beeindruckend. Die Ausführungen tragen zum Verständnis von Obamas Präsidentschaft bei, ein möglicher zweiter Teil könnte die Autobiografie spannend ergänzen.


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Die Annotierte Bibliografie


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IParl: Blickpunkt

America 1st – Problems 1st?
100 Tage Biden-Administration

Analyse von Michael Kolkmann

Michael Kolkmann bilanziert die Arbeit des 46. US-Präsidenten Joe Biden in den ersten drei Monaten nach seiner Wahl. Dabei geht er zunächst auf die besonderen Bedingungen zum Zeitpunkt der Amtsübernahme ein, blickt auf zentrale personelle Weichenstellungen und stellt die politische Agenda Bidens dar. Insgesamt habe der Präsident in einer erheblichen Geschwindigkeit ein „profiliertes“ politisches Programm umgesetzt. Kolkmann resümiert, dass mit Biden im Amt des Präsidenten „eine geordnete Regierungsmaschinerie“ und damit einhergehend eine „größere Verlässlichkeit“ zurückgekehrt sei.


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