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Thema: Die Anfeindung

Das Nationale versus das Europäische in der bulgarischen Gedächtniskultur
Zeitschichten konfliktreicher Erinnerungspraktiken

Bulgarien harvest 2460136 640 Christo Anestev PixabayInszenierte Idylle einer Ernte in Bulgarien. Foto: Christo Anestev (Pixabay)Nach dem Ende des kommunistischen Regimes in den Ländern des Ostblocks traten gravierende Veränderungen in der Gedächtniskultur ein, schreibt Ana Luleva in ihrer Analyse. Befreit vom ideologischen Kanon, wurde das Gedächtnis pluralisiert und demokratisiert. Es veränderten sich die sozialen und politischen Rahmen, die das Konstruieren der neuen Erinnerungskultur beeinflussen. In Osteuropa schoss der neue, postsozialistische Nationalismus empor, was zeigte, dass der Nationalismus die Länder, die offiziell der Ideologie des proletarischen Internationalismus gefolgt waren, nie verlassen hatte. Die Autorin, die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften in Sofia ist und an der Universität in Blagoevgrad lehrt, zeigt, dass diese Diagnose auch auf Bulgarien zutrifft, wobei schon das kommunistische Regime eine nationalistische Politik betrieben hatte. In den ersten Jahren nach der Wende war dann viel die Rede von der Pflicht zur und dem Recht auf Erinnerung als Garanten dafür, dass sich die autoritäre Vergangenheit nicht wiederholt und das Land den Weg zur Demokratie und zur Integration in Europa wählt. Allerdings werden die beiden zentralen europäischen memory topics – kommunistischer Terror und Holocaust – jetzt vor allem im Kontext des neuen Nationalismus thematisiert.
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Rezension

Weltunordnung
Das Versagen des Westens

Cover WeltunordnungBürgerkriege, Pandemien, Flüchtlingsbewegungen – die Welt befindet sich in Unordnung und dafür sind nach Ansicht von Carlo Masala die westlichen Staaten durchaus mitverantwortlich: Mit Interventionen und Nation Building hätten sie versucht, ihr liberales System zu exportieren, seien aber damit wiederholt gescheitert und hätten den jeweiligen Staaten vor allem geschadet. Masala hält folglich die Absicht, moralische Grundsätze in der Außenpolitik umsetzen zu wollen, für nicht sinnvoll. Er plädiert daher aus deutscher Sicht auf eine nüchterne, interessengeleitete Außenpolitik.

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SIRIUS: Analyse

Abschreckung und Dialogbereitschaft
Der Paradigmenwechsel der NATO seit 2014

SIRIUS 2018 2 Foto Abschreckung und Dialog SETC 18 Opening Ceremony 41820413234Deutsche, französische und US-amerikanische Soldaten bei der gemeinsamen Inspektion eines Panzers (U.S. Army Photo by Lacey Justinger / Wikimedia Commons)Nachdem die NATO für zwei Jahrzehnte primär eine politische Allianz war, die ihre Hauptaufgabe darin sah, international zur Krisenbewältigung beizutragen und ein Forum der Partnerschaft mit Russland, der Ukraine und anderen Ländern zu sein, vollzieht sich seit März 2014 ein Paradigmenwechsel. Auslöser war die Besetzung und Annexion der Krim durch Russland sowie der Versuch von russischen Milizen und Spezialtruppen, Teile der Ukraine im Wege einer hybriden Aggression der Kontrolle der Regierung in Kiew zu entringen. In seiner Analyse zeichnet Rainer Meyer zum Felde den Weg der NATO seither nach und befasst sich mit der Frage, in welcher Hinsicht die Notwendigkeit besteht, wieder eine Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit der NATO herzustellen und was diese Entwicklung für Deutschland bedeutet. Zunächst werden die Bedrohungslage, insbesondere mit Blick auf Russland, und die Anpassungen der NATO an die neue Lage nach 2014 analysiert, wobei die Unterschiede zu der vergangenen Periode herausgestellt werden. In einem weiteren Schritt wird danach gefragt, was der Paradigmenwechsel der NATO – an dessen Zustandekommen die Bundesregierung maßgebend beteiligt war – für die deutsche Sicherheitspolitik und die Bundeswehr bedeutet.
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Rezension

Die AfD in Parlamenten
Themen, Strategien, Akteure

Dass sich durch den Einzug der AfD in die Volksvertretungen das Arbeitsklima und der Ton in den Parlamenten allgemein verschärft haben, ist ein weit verbreiteter Eindruck. Hafeneger et al. haben die Motivation, Aktivitäten und Strategien der AfD in den Kommunal- und Landesparlamenten von Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz untersucht und danach gefragt, welche Themen sie bedient, wie ihre Abgeordneten kommunizieren und wie sie von ihren politischen Gegnern wahrgenommen werden. Die Studie bietet einen realitätsnahen Einblick in die Parlamentsarbeit der Partei.
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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Thema: Krise der EU

Effizienz durch Good Governance
Die Krise der EU überwinden

Inwieweit kann die durchgängige Implementierung des Prinzips der guten Regierungsführung auf europäischer Ebene dazu führen, bestehende Krisen zu bewältigen und künftige weniger häufig oder intensiv ausfallen zu lassen? In dem Band „Challenges of Good Governance in the European Union“, herausgegeben von Robert Grzeszczak, wird dieser Frage grundsätzlich und am Beispiel Polens nachgegangen. Thematisiert werden unter anderem der Zugang der Bürger zur öffentlichen Verwaltung und die Möglichkeit, politische Macht umzuverteilen sowie die Präsenz von NGOs zu stärken.
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