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Thema: Donald Trump und die Polarisierten Staaten von Amerika

Rassismus und Polizeigewalt in den USA
Die Massenproteste nach dem Tod von George Floyd und deren Folgen

Krim Brcke Rosavtodorru Wikimedia Commons Lizenz CC BY 40Protestaktion am 26. Mai 2020 nach dem Tod von George Floyd in Minneapolis. Foto: Lorie Shaull via Wikimedia Commons (Lizenz: CC-BY-SA-2.0)Die Ermordung des Afroamerikaners Goerge Floyd durch einen Polizisten im Mai 2020 hat zu den größten Demonstrationen seit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den 1950er- und 1960er-Jahren geführt, Millionen von afroamerikanischen, weißen und hispanischen Bürgerinnen und Bürgern nahmen daran teil. Der Zeitpunkt und die Vehemenz dieser landesweiten Proteste können als Kulminationspunkt einer Entwicklung angesehen werden, die 2012 begann, als ein afroamerikanischer Teenager namens Trayvon Martin von einem Nachbarschaftswachmann in Florida erschossen wurde, schreibt Simon Wendt. Er blickt auf die Ursprünge und Entwicklung der Bewegung Black Lives Matter zurück und fragt nach den gesellschaftlichen Auswirkungen des Massenprotests. Ein Blick auf Umfragen lege nahe, dass diese Bewegung in den vergangenen Jahren große Teile des weißen Amerikas tatsächlich von der Existenz eines strukturellen Rassismus überzeugen konnte. Auffällig sei, dass der Tod von George Floyd und die Protestbewegung zu erstaunlich schnellen Veränderungen in Bezug auf rassistische Symbole geführt haben. Auch wurden einige Reformen auf den Weg gebracht, die unter anderem strengere Auflagen für die Polizeiarbeit vorsehen. Es sei jedoch fraglich, so Wendt, ob wie sich tiefgreifende Reformen zur Eindämmung des strukturellen Rassismus umsetzen lassen.
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Rezension

Der Triumph der Ungerechtigkeit
Steuern und Ungleichheit

Triumph der Ungerechtigkeit 42935

Die beiden Wirtschaftswissenschaftler Emmanuel Saez und Gabriel Zucman nehmen die international wachsende Frustration über den Anstieg der Ungleichheit zum Auslöser, um sich eingehend mit Steuersystemen und Mechanismen von Verteilung zu befassen sowie Maßnahmen für mehr Steuergerechtigkeit aufzuzeigen. Das folgende Argument ist dabei zentral: Gesellschaften entscheiden selbst, wie sie die Steuergesetzgebung gestalten, unabhängig von der internationalen Gemengelage. Daher sei es auch möglich, nach Jahren der Deregulierung wieder zu einem deutlich progressiveren System zurückzukehren.

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Essay

Die neue feministische Welle
Brücken bauen, Kämpfe verbinden

Vor einem Vierteljahrhundert fand in Peking die inzwischen legendäre vierte Weltfrauenkonferenz statt. In dem dort verabschiedeten Forderungskatalog verpflichteten sich die 189 teilnehmenden Staaten unter anderem, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern, die Rechte der Frauen zu schützen, Annapolis Womens March 03In vielfältigen lokalen Protestaktionen und transnationalen Bewegungen für die Gleichstellung der Geschlechter deutet sich nach Beobachtung von Christa Wichterich eine neue feministische Welle an. Foto: Annapolis Women’s March 2018. MarylandGeoffrey / Wikimedia Commons (Lizenz: CC BY-SA 4.0)die Armut von Frauen zu bekämpfen und Gewalt gegen Frauen zu verfolgen. Heute, 25 Jahre später, geraten viele der damals erkämpften Rechte weltweit wieder in Bedrängnis, erklärt Christa Wichterich. Weit über das konservativ-religiöse Lager hinaus breite sich ein aggressiver Anti-Feminismus rechtspopulistischer Färbung aus, der prominent von einer wachsenden Zahl autoritär-rechter Regierungen vertreten werde. Mit nationalistischem und rassistischem Tenor habe er sich transnational als kulturelle Gegenrevolution formiert und wolle traditionelle Geschlechterrollen revitalisieren. Gleichzeitig beobachtet und beschreibt die Autorin einen „Neuaufbruch, ja, möglicherweise sogar eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen. Neu ist vor allem der Doppelcharakter der Bewegungen, die sich einerseits online über die sozialen Medien verbreiten und mobilisieren und andererseits die Straße zurückerobern. Damit haben sie nicht nur eine große Sichtbarkeit gewonnen, sondern auch Impulse für die Internationalisierung von Kampagnen gesetzt.“
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Thema: digitale welt

Digitalisierung der Lebenswelt
Studien zur Krisis nach Husserl

Manche Debatten über die Folgen der Digitalisierung vermitteln den Eindruck, in der sich abzeichnenden algorithmisch gesteuerten Gesellschaft sei kein Platz mehr für die Idee eines humanistischen Subjekts als primärer Quelle sozialer Ordnung. Von solchen Deutungsangeboten unterscheiden sich die Beiträge dieses Sammelbandes deutlich, schreibt Rezensent Thomas Mirbach. Zwar werde Digitalisierung nicht als Prozess beschrieben, der von einer Pro-oder-Contra-Entscheidung abhängt, aber der Umgang mit ihr sollte nicht als Anpassung an die durch die Digitalisierungslogik vorgegebenen Bedingungen erfolgen.

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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Rezension

Der Kampf um die Globalisierung
Reform und Gestaltung

Die Globalisierung werde laut Colin Crouch insbesondere von rechten politischen Kräften zu Unrecht kritisiert. Denn tatsächlich biete sie einige Vorteile, vor allem die Entwicklungsländer profitierten von ihr, etwa dank gesunkener Transportkosten und verbesserter Kommunikationssysteme. Ohne die Globalisierung wäre ein „Großteil der Welt heute um einiges ärmer, das Ausmaß der illegalen Einwanderung größer“ und die „Beziehungen zwischen Staaten feindseliger“. Aber sie müsse gestaltet werden und dabei sei die politische Linke, grüne und sozialdemokratische Parteien, in besonderem Maße gefordert.

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