Portal für Politikwissenschaft

Von der Informations- zur Wissensgesellschaft

Gerhard Banse / Robert Hauser / Petr Machleidt / Oliver Parodi (Hrsg.)

Von der Informations- zur Wissensgesellschaft. e-Society – e-Partizipation – e-Identität

Berlin: trafo verlag dr. wolfgang weist 2013 (Network. Cultural Diversity and New Media 17); 467 S.; 39,80 €; ISBN 978-3-86464-029-2
Informations‑ und Wissensgesellschaft, e‑Society, e‑Partizipation und e‑Identität sind Stichworte, die die gesellschaftliche und politische Gegenwart und Zukunftsentwürfe skizzieren. Das European Network on Cultural Diversity and New Media (CultMedia) widmet sich diesem Themenfeld unter dem Aspekt „der Analyse der Veränderungen kultureller Praxen (etwa Nutzungsmuster, Nutzungsmotivationen und Nutzungssituationen), die im Zusammenhang mit der Anwendung der sogenannten Neuen Medien, vor allem des Internets stehen.“ (9) Auf der CultMedia‑Jahrestagung 2011 in Prag wurde dazu ebenso Gegenwartsproblematisches wie Zukunftsperspektivisches erörtert. In seiner gedanklichen Grundlegung verknüpft der polnische Philosoph Andrzej Kiepas vier Perspektiven: die Globalisierung, die postmoderne (postindustrielle) gesellschaftliche und kulturelle Ordnung, die Entwicklung und Verbreitung der Informations‑ und Wissensgesellschaft sowie den Trend einer reflexiven Modernisierung. Das hat Neuformierungen der menschlichen Daseinsgrundfunktionen zur Folge: für das Sein, das Wissen, das Handeln wie das gemeinsame Leben. Was das konkret für die Teilnahmekultur heißt, umreißen Tadeusz Micka, Urszula ?ydek‑Bednarczuk und Bogdan Zeler (alle Universität Katowice): „Neue Formen der Mitwirkung und der Teilnahme an der Kultur verwischen die Grenzen zwischen Profis und Amateuren [...]. Denn jeder kann zum Schöpfer werden.“ (255) Klaus Kornwachs (Universität Ulm) diskutiert dies in trefflichen Bezügen – an den Beispielen Stuttgart 21 und Wikileaks – mit der These: „Totale Transparenz und totale Partizipation schließen einander aus“ (301). Für die Demokratie sind die Neuen Medien deshalb nicht nur eine vielschichtige Bereicherung, sondern können auch ein entscheidungsproblematischer Stressfaktor sein.
Klaus Kremb (KK)
Dr., Oberstudiendirektor, Wilhelm-Erb-Gymnasium Winnweiler, Lehrbeauftragter, Fachgebiet Politikwissenschaft, TU Kaiserslautern.
Rubrizierung: 2.2 | 2.22 | 5.42 Empfohlene Zitierweise: Klaus Kremb, Rezension zu: Gerhard Banse / Robert Hauser / Petr Machleidt / Oliver Parodi (Hrsg.): Von der Informations- zur Wissensgesellschaft. Berlin: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36439-von-der-informations--zur-wissensgesellschaft_44612, veröffentlicht am 21.11.2013. Buch-Nr.: 44612 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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