Portal für Politikwissenschaft

Food and Nutrition (In-)Security in the Caribbean

Erika Günther

Food and Nutrition (In-)Security in the Caribbean. The Double Burden of Food Import Dependency and Health Risks

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2014 (Weltwirtschaft und internationale Zusammenarbeit 15); 282 S.; brosch., 58,- €; ISBN 978-3-8487-1553-4
Diss. Heidelberg; Begutachtung: H. Sangmeister, H. Diefenbacher. – Diese Dissertation, angesiedelt im Forschungsfeld der Ernährungssicherheit, ist dem Paradoxon der „Double Burden“ gewidmet. Gemeint ist hiermit die Koexistenz von Unter‑ und Überernährung in einer Gesellschaft. Am Beispiel der Karibik fragt Erika Günther nach den wesentlichen Folgen der sich aus diesem Phänomen ergebenden Ernährungsunsicherheit für die Region. Sie untersucht ebenfalls, welche Staaten der Karibik hiervon am stärksten betroffen sind und welche Konsequenzen sich daraus für diese ergeben. Zu diesem Zweck kombiniert sie quantitative und qualitative Elemente zu einer Methodik, die sie als „quantitative cluster analysis“ (28) bezeichnet und 13 Fälle ausgewählter karibischer Staaten einschließt. Hierbei entwickelt Günther eigene Indikatoren, die sie auf Grundlage von ökonomischen beziehungsweise sozio‑ökonomischen Daten berechnet, die unter anderem aus Statistiken zu Nahrungs‑ und Lebensmittelsicherheit von internationalen Organisationen wie der Ernährungs‑ und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltbank sowie regionalen Organisationen wie der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) stammen. Über diese Analyse hinaus liefert die Autorin im ersten Teil ihrer Arbeit eine grundlegende Einführung in das Konzept der Ernährungssicherheit und die dahinterstehende Theorie. Der dritte und letzte Teil ihrer Arbeit enthält die Problemanalyse und die daraus resultierende Folgeneinschätzung. Demnach kommt es in allen 13 untersuchten Staaten aufgrund von Abhängigkeiten von Lebensmittelexporten zwecks Devisenerwerbs und gleichzeitigen Nahrungsmittelimporten zu wirtschaftlichen Verwundbarkeiten. Im Fazit rekurriert Günther auf die „Verwurzelung des Problems der Ernährungssicherheit in den sozialen, kulturellen und ökonomischen Strukturen, im historischen Erbe, in geographischen und natürlichen Bedingungen“ (243). Eben aus diesen Gründen sieht die Autorin für die sich aus der „Double Burden“ ergebenden doppelten Herausforderung keine universellen Lösungsansätze. So gelte es maßgeschneiderte nationale Lösungsansätze zu finden, die – wie von ihr mit einem einfachen Modells skizziert – im Zusammenspiel von nationalen und regionalen Strategien und Politiken im Bereich der Ernährungssicherheit gestaltet werden müssen.
Christian Patz, M.A., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Sozialwissenschaften, Fachbereich Politikwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Rubrizierung: 2.652.222.2622.263 Empfohlene Zitierweise: Christian Patz, Rezension zu: Erika Günther: Food and Nutrition (In-)Security in the Caribbean. Baden-Baden: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38591-food-and-nutrition-in-security-in-the-caribbean_46713, veröffentlicht am 02.07.2015. Buch-Nr.: 46713 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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