Portal für Politikwissenschaft

Politik und Arbeitsmarktperformanz

Kathrin Dümig

Politik und Arbeitsmarktperformanz. Eine quantitative Analyse von 21 etablierten OECD-Ländern

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2015 (Vergleichende Analyse politischer Systeme 5); 304 S.; 59,- €; ISBN 978-3-8487-1506-0
Diss. Heidelberg; Begutachtung: R. Zohlnhöfer, M. G. Schmidt. – Ausgangspunkt für die Analyse ist die Beobachtung, dass die verschiedenen nationalen Arbeitsmärkte unterschiedlich erfolgreich politisch beeinflusst werden. Kathrin Dümig untersucht deshalb 21 etablierte OECD‑Staaten daraufhin, ob und inwiefern politische Faktoren einen Beitrag zur Erklärung der Arbeitsmarktperformanz leisten. Der Forschungszeitraum umfasst die Jahre 1960 bis 2007 und erstreckt sich damit über drei Phasen mit verschiedenen makroökonomischen Rahmenbedingungen: zunächst Prosperität, ab 1974 dann makroökonomische Probleme und ab 1990 schließlich verstärkte Globalisierung. Dümig macht deutlich, dass der Arbeitsmarkt ein besonderer Markt ist, der kaum direkt auf politische Steuerung reagiert. Das Modell für die empirische Überprüfung der Arbeitsmarktperformanz ist entsprechend sehr komplex. Für ihre Regressionsanalyse greift sie aus den verschiedenen Arbeitsmarkt‑Theorien ein Konsensmodell heraus, das sowohl neoklassische als auch keynesianische Prämissen sowie konjunkturelle und strukturelle Einflüsse berücksichtigt. Die Diskussion der bisherigen Forschungsbeiträge zur Wirkung der Politik auf den Arbeitsmarkt zeigt, dass hierzu bisweilen divergierende Befunde vorliegen. Daher überrascht es nicht, dass Dümigs Ergebnisse keine eindeutigen politischen Einflussgrößen auf Arbeitslosen‑ und Beschäftigungsquote identifizieren. Auch scheint sich die Wirkung einzelner Variablen im Zeitverlauf zu verändern – so beispielsweise beim abnehmenden Einfluss des Korporatismus. Den größten Effekt zeitigen Wirtschaftswachstum, Investitionsausgaben und die Lohnstückkosten. Zudem scheinen rechte Regierungsparteien eine größere Arbeitsmarktperformanz aufzuweisen, was vermutlich mit einem zeitgleichen Wirtschaftswachstum zusammenhängt. Ein Rezept für eine erfolgreiche Arbeitsmarktpolitik lässt sich jedoch genauso wenig ableiten wie eine ideale politische Strukturlandschaft für Arbeitsmärkte.
Daniel Gerstenhauer, M. A., Sozialwissenschaftler, Doktorand, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.2624.435.452.612.642.66 Empfohlene Zitierweise: Daniel Gerstenhauer, Rezension zu: Kathrin Dümig: Politik und Arbeitsmarktperformanz. Baden-Baden: 2015, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38548-politik-und-arbeitsmarktperformanz_46851, veröffentlicht am 18.06.2015. Buch-Nr.: 46851 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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