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Funktionsmuster und -profile: Subnationalstaatliche Parlamente im Vergleich

Franziska Höpcke

Funktionsmuster und -profile: Subnationalstaatliche Parlamente im Vergleich

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2014 (Studien zum Parlamentarismus 20); 465 S.; brosch., 79,- €; ISBN 978-3-8487-0786-7
Diss. Halle; Begutachtung: S. S. Schüttemeyer, H. Bluhm. – In dieser für eine Dissertation mit 450 Textseiten ausgesprochen umfangreichen Publikation geht es der Verfasserin um eine „eingehende Behandlung subnationalstaatlicher Parlamente, ihrer Leistungen und Defizite sowie […] um einen Beitrag zur Parlamentarismusforschung“ (15). Dazu wählt Franziska Höpcke den Conseil Régional de Picardie, das schottische Parlament und den Brandenburger Landtag als Beispielfälle aus. Hier wird nicht ganz deutlich, warum sie im Falle der Picardie deren Durchschnittlichkeit als Auswahlkriterium hervorhebt, während es im Falle Brandenburgs gerade dessen Außergewöhnlichkeit im Vergleich zu den anderen ostdeutschen Ländern ist, die die Wahl auf das Land hat fallen lassen. Ungeachtet dessen werden die drei Parlamente – nach einer Darstellung ihrer Zusammensetzung beziehungsweise ihres Zustandekommens – in aller Akribie auf die Funktionen der Responsivität, der Wahl, der Kontrolle und der Gesetzgebung hin untersucht. Die Ergebnisse sind insgesamt insofern wenig überraschend, als deren jeweilige Ausprägung überzeugend aus der politischen Grundstruktur des Staates heraus erklärt werden, in dem sich die subnationalstaatliche Gliederung befindet. Die eingangs aufgestellte Behauptung, die im Schlusskapitel noch einmal aufgenommen wird, alle drei Parlamente seien als Antworten auf „Repräsentationskrisen“ eingerichtet worden, ist aber mit Blick auf den Brandenburger Landtag nur mit einer gewissen Großzügigkeit akzeptabel, da die dessen Einrichtung zugrunde liegende Repräsentationskrise (wohl eher: Legitimationskrise) – anders als in den beiden anderen Fällen – das Ende des Staates zur Folge hatte, auf dessen (Teil‑)Territorium sich das Land Brandenburg befand. Abgesehen davon gelingt es Höpcke sehr gut, Ähnlichkeiten wie Unterschiede der drei Parlamente herauszuarbeiten, ohne ihren theoretischen roten Faden, den sie auf der Basis der einschlägigen Literatur zur Parlamentarismusforschung in ihr Werk einzieht, zu verlieren.
Sven Leunig (SVL)
Dr., Politologe, Akademischer Rat, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.svenleunig.de).
Rubrizierung: 2.212.612.222.322.3252.3322.333 Empfohlene Zitierweise: Sven Leunig, Rezension zu: Franziska Höpcke: Funktionsmuster und -profile: Subnationalstaatliche Parlamente im Vergleich Baden-Baden: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/37491-funktionsmuster-und--profile-subnationalstaatliche-parlamente-im-vergleich_45847, veröffentlicht am 04.09.2014. Buch-Nr.: 45847 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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