Portal für Politikwissenschaft

Ideen – Macht – Utopie

Bernhard Schreyer / Ralf Walkenhaus (Hrsg.)

Ideen – Macht – Utopie. Festschrift für Ulrich Weiß zum 65. Geburtstag

Würzburg: Ergon Verlag 2012; 462 S.; 78,- €; ISBN 978-3-89913-895-5
In dieser Festschrift, die Ulrich Weiß zum 65. Geburtstag gewidmet ist, versammeln Bernhard Schreyer und Ralf Walkenhaus 24 Beiträge zur politischen Philosophie und Theorie, die thematisch um die Begriffe Ideen, Macht und Utopie angesiedelt sind. Zu den Autoren, die dieser Schrift Kontur verleihen, zählen Philosophen wie Arno Baruzzi und Severin Müller, Politik‑ und Staatswissenschaftler wie Theo Stammen und Rüdiger Voigt sowie Fachleute der Politischen Theorie wie etwa Henning Ottmann und Wilhelm Hofmann. Insbesondere der Begriff des Politischen – der über den „Begriff der Anerkennung“ (Breuninger/Giel), über die „Bedeutung der ideologischen Dimension“ (Hofmann), über den Topos der „Bürgerfreundschaft“ (Ottmann) und über weitere „Überlegungen“ (Schreyer) thematisiert wird – führt ins gedankliche Zentrum der Veröffentlichung. Ihre ideengeschichtliche Spannweite reicht von „Ciceros de republica“ (Cyron) bis zu Richard Rorty (Wernecke; M. Müller). Dass auch originär zeitkritische Überlegungen ihren Raum finden, bezeugen Beiträge, die zum Thema „Natur: Kulturgut oder Verfassungsauftrag? Zu einer Kritik des Fortschrittdenkens“ (Voigt) verfasst sind oder die noch konkreter „Die korrumpierte Universität. Entwicklungslinien nach zwölf Jahren Bologna‑Prozess“ (Walkenhaus) in den analytischen Blick nehmen. Ulrich Weiß‘ akademischer Lehrer Arno Baruzzi widmet sich in seiner an Heidegger, Jaspers und Voegelin geschulten Argumentation dem Thema „Wiederaufbau, Wiedervereinigung, Wiederabbau“ und sieht im deutschen Wirtschaftswunder eine „letztlich internationale Weltlage“ (325). „Das deutsche Ereignis ist nur ein Sinnbild, ein Symbol für jenes, was heute allenthalben geschieht, aber vor allem deshalb geschieht, weil es auf einer Geschichte beruht, vor allem der Geschichte der Neuzeit, welche eine Konstruktion wie Destruktion zugleich ist.“ (338) Den darin enthaltenen systemisch‑maschinalen Grundzug unseres neuzeitlichen Selbstverständnisses freigelegt zu haben, verweist auf Ulrich Weiß‘ gedankenreiche Hobbes‑Forschungen zurück.
Karl-Heinz Breier, Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften und Philosophie, Universität Vechta.
Rubrizierung: 1.3 | 5.3 | 5.41 | 5.46 | 2.22 | 2.62 | 2.64 Empfohlene Zitierweise: Karl-Heinz Breier, Rezension zu: Bernhard Schreyer / Ralf Walkenhaus (Hrsg.): Ideen – Macht – Utopie. Würzburg: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36718-ideen--macht--utopie_42295, veröffentlicht am 13.02.2014. Buch-Nr.: 42295 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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