Portal für Politikwissenschaft

Die Nutzung des Web 2.0 in Deutschland

Michael Schenk / Cornelia Jers / Hanna Gölz (Hrsg.)

Die Nutzung des Web 2.0 in Deutschland. Verbreitung, Determinanten und Auswirkungen

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2013; 289 S.; brosch., 39,- €; ISBN 978-3-8487-0109-4
In dieser Studie wird das Web 2.0 als Gesamtphänomen betrachtet und seine vielen unterschiedlichen Elemente wie zum Beispiel Blogs, Wikis, Video‑ und Bildplattformen, soziale Netzwerke und Foren in den Blick genommen. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Nutzung des Web 2.0 durch nicht‑professionelle Nutzer. Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet die Feststellung, dass ein unterschiedliches Nutzungsverhalten zu erkennen ist, das sich grob in die drei Teilaspekte Produzieren, Konsumieren sowie Bewerten und Kommentieren einteilen lässt. Neben der Analyse dieses individuellen Nutzungsverhaltens (Mikroebene) werden auch die Determinanten und Auswirkungen auf der Meso‑ und der Makroebene betrachtet. Im Fokus steht dabei die Frage: Welche sozialen Gruppen nutzen das Web 2.0 und was bedeutet diese Medieninnovation für die Gesellschaft? Methodisch wird ein zweigliedriger Ansatz aus Gruppendiskussionen mit aktiven Web 2.0‑Nutzern und einer mehrstufigen standardisierten Web‑Befragung von 3.030 Personen verfolgt. Die Daten wurden in den Jahren 2008 und 2009 erhoben. Im Ergebnis zeigt sich, dass manche Internetnutzer das Web 2.0 so nutzen wie das Web 1.0 und Inhalte vorwiegend konsumieren. Partizipierende Nutzer hingegen sind bereit, Kommentare abzugeben. Die „Spitze des Eisbergs“ (207) sind vielseitig produzierende Nutzer, die eigene Inhalte generieren, beispielsweise in Form von Bildern, Texten oder Videos. Diese letzte Gruppe kann als Innovationstreiber betrachtet werden. Sie sind zumeist jung, gut gebildet, sozioökonomisch gut ausgestattet und üben durch ihr Verhalten einen sozialen Anpassungsdruck aus. Betrachtet man die Mesoebene, kann festgehalten werden, dass, ebenso wie traditionelle Offline‑Beziehungen, auch Online‑Beziehungen existieren, die vor allem interessengebunden sind. Dies führt zu einer Durchmischung bisher getrennter sozialer Milieus. Gesamtgesellschaftlich ergibt sich folgendes Bild: Jüngere, gebildete und gut vernetzte Personen, die in kommunikationstechnologischer Hinsicht versiert und innovationsbereit sind, tragen erheblich zur Verbreitung des Web 2.0 bei. Es kommt somit zu einer Diffusion des Web 2.0 in die Gesellschaft. Die Studie besticht durch eine gelungene Gliederung und Aufbereitung der Ergebnisse. Vor allem Staatswissenschaftler, Soziologen und Medienwissenschaftler werden einen großen Mehrwert aus der Arbeit ziehen können.
Marko Jakob (MJ)
Dr., MBA.
Rubrizierung: 2.333 Empfohlene Zitierweise: Marko Jakob, Rezension zu: Michael Schenk / Cornelia Jers / Hanna Gölz (Hrsg.): Die Nutzung des Web 2.0 in Deutschland. Baden-Baden: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/36065-die-nutzung-des-web-20-in-deutschland_44011, veröffentlicht am 15.08.2013. Buch-Nr.: 44011 Rezension drucken

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