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Regimelegitimität und regionale Kooperation im Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council)

Leonie Holthaus

Regimelegitimität und regionale Kooperation im Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council)

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2010 (Europäische Hochschulschriften: Reihe III, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften); 111 S.; 14,80 €; ISBN 978-3-631-60095-5
Holthaus beschreibt die Entstehung und Zusammenarbeit der Staaten Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate und Oman innerhalb des Golf-Kooperationsrates. Seine Entstehung verdanke er nicht nur der Revolution im Iran und dem Einmarsch russischer Truppen in Afghanistan im Dezember 1979, schreibt die Autorin. Neben diesen externen Faktoren, die das sicherheitspolitische Regionalgleichgewicht empfindlich störten, seien ebenso die innerstaatlichen Auswirkungen in den Mitgliedstaaten des Rates für dessen Gründung ausschlaggebend gewesen. Im selben Zeitraum hätten verschiedene revolutionäre Gruppen die traditionellen sub-autoritären Herrschaftsformen dieser Staaten infrage gestellt. Mit dem Zusammenschluss zum Golf-Kooperationsrat hätten die Staaten, so Holthaus, neben der externen Bedrohung auch dieser internen Bedrohung Herr werden wollen. Der Golf-Kooperationsrat diene seinen Mitgliedstaaten heute als Quelle externer und interner Legitimierung eigenen Handelns. Basierend auf einem arabischen Nationalismus steigere koordiniertes Handeln im Rat das Prestige der teilnehmenden Staaten und somit das Ansehen dieser Staaten in der Region. Im Verhältnis zur EU sei allein schon der Zusammenschluss zu einem Kooperationsrat von Vorteil. Dies führt Holthaus auf einen ideologischen Kern der EU zurück, der supranationale Kooperation an sich als wünschenswert und daher positiv besetzt betrachte. Zu einem weiteren Fortschritt über die Anerkennung des Zusammenschlusses hinaus habe dies jedoch in der Realität noch nicht führen können. Über die politische Kooperation in Sicherheitsfragen hinaus stehe im Bereich Wirtschaft die Realisierung eines Freihandelsabkommens immer noch in den Sternen; auch kulturell sei die Kooperation bisher noch stark eingeschränkt. Holthaus legt mit ihrer strukturorientierten Betrachtung einen guten Kurzüberblick über den Golf-Kooperationsrat vor.
Jens Wassenhoven (JWN)
Dipl.-Kfm., Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.5 | 3.6 | 2.63 Empfohlene Zitierweise: Jens Wassenhoven, Rezension zu: Leonie Holthaus: Regimelegitimität und regionale Kooperation im Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council) Frankfurt a. M. u. a.: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/32869-regimelegitimitaet-und-regionale-kooperation-im-golf-kooperationsrat-gulf-cooperation-council_39264, veröffentlicht am 03.11.2010. Buch-Nr.: 39264 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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