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Demokratisierung und Ethnizität: Ein Widerspruch?

Philippe S. Kétouré

Demokratisierung und Ethnizität: Ein Widerspruch? Gewaltsame Konflikte und ihre friedliche Regelung in politischen Wandlungsprozessen: Beispiele Côte d'Ivoire und Mali

Hamburg: Verlag Dr. Kovač 2009 (Demokratie und Demokratisierungsprozesse 7); XVII, 330 S.; 85,- €; ISBN 978-3-8300-4430-7
Politikwiss. Diss. Hamburg; Gutachter: R. Tetzlaff. – Ende der 80er-Jahre kam es auf dem afrikanischen Kontinent zu einer Demokratisierungswelle. Die politische Entwicklung in vielen dieser jungen Demokratien verlief allerdings sehr unterschiedlich. In einer vergleichenden Länderstudie belegt Kétouré, dass die Verläufe von Demokratisierungsprozessen stark vom innenpolitischen Kontext der einzelnen afrikanischen Staaten abhängig sind. Als Beispiele wählt er die beiden frankophonen westafrikanischen Staaten Côte d’Ivoire und Mali, die einen ähnlichen soziokulturellen und politischen Kontext aufweisen. Kétouré zeigt die den Demokratisierungsprozess erschwerenden oder behindernden Faktoren auf und analysiert die soziokulturellen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Demokratisierung in Mali und der Côte d’Ivoire. Darüber hinaus fragt er nach der Exklusion beziehungsweise Marginalisierung gesellschaftlicher Gegner oder politischer Gruppen in diesem Prozess. Die Republik Mali habe einen erfolgreichen Demokratisierungsprozess vollzogen, der bis in die Gegenwart weitgehend stabil sei, lautet eines seiner Ergebnisse. Er stehe für eine gelungene demokratische Transition und zeichne sich durch Mechanismen zum erfolgreichen Krisenmanagement aus, die in der Lösung des Tuareg-Konfliktes ihre Anwendung finden. Letztere seien in Afrika besonders wichtig, da es aufgrund der knappen Ressourcen oft zu erbitterten Verteilungskämpfen komme. Nur wenn sich die daraus resultierenden Konflikte lösen ließen, könne ein gesellschaftlicher Konsens erreicht werden, der eine nachhaltige demokratische Entwicklung erlaube. Die Côte d’Ivoire hingegen habe einen entgegengesetzten Prozess durchlaufen. Sie gelte als defekte Demokratie und sei vom Staatszerfall bedroht. Das Land habe bis heute nicht vermocht, seine ethnischen Konflikte zu lösen.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.67 | 2.2 | 2.22 | 2.25 | 4.41 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Philippe S. Kétouré: Demokratisierung und Ethnizität: Ein Widerspruch? Hamburg: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/31052-demokratisierung-und-ethnizitaet-ein-widerspruch_36921, veröffentlicht am 30.09.2009. Buch-Nr.: 36921 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken

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