/ 21.06.2013
1968. Eine Zeitreise
Ingrid Gilcher-Holtey
1968. Eine Zeitreise
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2008 (edition suhrkamp 2535); 236 S.; 10,- €; ISBN 978-3-518-12535-9Die Debatte über die sogenannten 68er und das Symboljahr selbst besteht mittlerweile aus so vielen Schichten von Darstellungen und kontroversen Deutungen, dass es schwer erscheint, eine neue hinzuzufügen. Die an der Universität Bielefeld Zeitgeschichte lehrende Autorin zeichnet – jenseits von Distanzierungs- oder Glorifizierungszwängen – durch eine historische Collage aus 24 Szenen das Jahr nach. Die ausgewählten Bilder dieser imaginierten Zeitreise folgen der Chronologie des Jahres;...
Ingrid Gilcher-Holtey
1968. Eine Zeitreise
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2008 (edition suhrkamp 2535); 236 S.; 10,- €; ISBN 978-3-518-12535-9Die Debatte über die sogenannten 68er und das Symboljahr selbst besteht mittlerweile aus so vielen Schichten von Darstellungen und kontroversen Deutungen, dass es schwer erscheint, eine neue hinzuzufügen. Die an der Universität Bielefeld Zeitgeschichte lehrende Autorin zeichnet – jenseits von Distanzierungs- oder Glorifizierungszwängen – durch eine historische Collage aus 24 Szenen das Jahr nach. Die ausgewählten Bilder dieser imaginierten Zeitreise folgen der Chronologie des Jahres; sie beginnen mit der TET-Offensive im Januar 1968, greifen die Attentate auf Rudi Dutschke und Martin Luther King auf, gehen auf den Generalstreik in Frankreich ein und enden mit der Schließung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung (Januar 1969). Die Beschreibung der einzelnen Stationen setzt bei denjenigen an, die als Repräsentanten der Bewegung gegolten haben – dabei stehen vier von ihnen im Mittelpunkt: Rudi Dutschke, Tariq Ali, Giangiacomo Feltrinelli, Daniel Cohn-Bendit. Die Darstellung ist eine gelungene Mischung aus personenbezogener Erzählung und Reflexion der Ereignisse aus der retrospektiven Einschätzung der Beteiligten selbst. Eine besondere Rolle schreibt die Autorin in diesem Zusammenhang Hans Magnus Enzensberger zu; zumal dessen Komödie „Der Untergang der Titanic“ (1978) habe dem Scheitern des 68er-Projektes an der Bruchstelle von Moderne und Postmoderne einen angemessen ironischen Ausdruck verliehen.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.22 | 2.331 | 2.313 | 2.61 | 2.64 | 2.68 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Ingrid Gilcher-Holtey: 1968. Eine Zeitreise Frankfurt a. M.: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29269-1968-eine-zeitreise_34612, veröffentlicht am 03.12.2008.
Buch-Nr.: 34612
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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