/ 05.06.2013
Ökonomie der Bürgerkriege
François Jean / Jean-Christophe Rufin (Hrsg.)
Ökonomie der Bürgerkriege. Aus dem Französischen von Birgit Sommer
Hamburg: Hamburger Edition 1999; 478 S.; ISBN 3-930908-46-8Die Herausgeber gehen von der Feststellung aus, daß die Analyse der Vielzahl von (andauernden) Bürgerkriegen in den 90er Jahren eines neuen konzeptuellen Rahmens bedarf, der ihre bisherige Einordnung in das ideologische Schema der Blockkonfrontation als Funktion bzw. "regionale Fortsetzung" des Kalten Krieges überwindet. Einzelstudien zu Bürgerkriegen in neun Ländern zeigen diese als "interne Konflikte, deren Gewaltdynamik im wesentlichen von lokalen Determinanten bestimmt wird" (7). Im Anschluß...
François Jean / Jean-Christophe Rufin (Hrsg.)
Ökonomie der Bürgerkriege. Aus dem Französischen von Birgit Sommer
Hamburg: Hamburger Edition 1999; 478 S.; 68,- DM; ISBN 3-930908-46-8Die Herausgeber gehen von der Feststellung aus, daß die Analyse der Vielzahl von (andauernden) Bürgerkriegen in den 90er Jahren eines neuen konzeptuellen Rahmens bedarf, der ihre bisherige Einordnung in das ideologische Schema der Blockkonfrontation als Funktion bzw. "regionale Fortsetzung" des Kalten Krieges überwindet. Einzelstudien zu Bürgerkriegen in neun Ländern zeigen diese als "interne Konflikte, deren Gewaltdynamik im wesentlichen von lokalen Determinanten bestimmt wird" (7). Im Anschluß werden die dabei entwickelten Aspekte der ökonomischen Dimension dieser lokalen Konfliktfaktoren in vier systematischen Beiträgen untersucht. Im Mittelpunkt steht hier das für die Bürgerkriege typische komplexe Verhältnis der Konfliktparteien (Staatsmacht, Guerillabewegungen, Milizen), der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung (insbesondere als Flüchtlinge bzw. Vertriebene) sowie der vor Ort engagierten humanitären Hilfsorganisationen im Hinblick auf ihre Konkurrenz um die wirtschaftliche Basis ihrer Handlungsfähigkeit bzw. Selbstbehauptung im Krieg.
Inhalt: Jean-Christophe Rufin: Kriegswirtschaft in internen Konflikten (15-46). Länderstudien: Elisabeth Picard: Libanon - Die Wiederkehr des alten (49-83); Hamit Bozarslan: Kurdistan: Kriegsökonomie und Ökonomie im Krieg (85-119); Gilles Dorronsoro: Afghanistan: von Solidaritätsnetzwerken zu regionalen Räumen (121-154); Christian Lechervy: Zur Ökonomie der kambodschanischen Kriege: Akkumulation und Dispersion (155-189); Xavier Bougarel: Zur Ökonomie des Bosnien-Konflikts: zwischen Raub und Produktion (191-218); Marc-Antoine de Montclos: Liberia oder die Ausplünderung eines Landes (219-242); Fabrice Weissman: Mosambik: Krieg als Mittel der Bereicherung (243-277); Gérard Prunier: Zur Ökonomie des Bürgerkrieges im Südsudan (279-311); Alain Labrousse: Kolumbien und Peru: politische Gewalt und Kriminalität (313-343). Allgemeine Faktoren: Pierre Kopp: Embargo und wirtschaftliche Kriminalisierung (347-378); Alain Labrousse: Territorien und Netzwerke: das Drogengeschäft (379-400); Aline Angoustures / Valérie Pascal: Diaspora und Konfliktfinanzierung (401-439); François Jean: Humanitäre Hilfe und Kriegsökonomie (440-476).
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 4.41 | 2.63 | 2.68 | 2.62 | 2.67 | 2.65 | 2.61 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: François Jean / Jean-Christophe Rufin (Hrsg.): Ökonomie der Bürgerkriege. Hamburg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8084-oekonomie-der-buergerkriege_10691, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 10691
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
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