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/ 04.06.2013
Kai Hirschmann

Die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Polens im Magischen Viereck des Transformationsprozesses

Berlin: Berlin Verlag Arno Spitz GmbH 1997; X, 266 S.; kart., 29,80 DM; ISBN 3-87061-683-0
Diss. Duisburg. - Als Teil der wirtschaftlichen Transformation Polens ist die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ein wichtiger Aspekt für die erfolgreiche Integration in die Europäische Union (EU). Dabei, so analysiert Hirschmann in seiner mehrheitlich ökonomischen Untersuchung, ist die Wettbewerbsfähigkeit Polens in den gesamten Systemwechsel eingebunden. Er spricht in Anlehnung an Offe von einem "Magischen Viereck des Transformationsprozesses" (3), das aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Soziales und Gesellschaft besteht. Wie kann in einer solchen Situation der universellen Umgestaltung, in der "wechselseitige Obstruktionseffekte" (1) in und zwischen jenen Bereichen wahrscheinlich sind, eine substantielle Verbesserung der polnischen Wettbewerbsfähigkeit gelingen? Hirschmann schlägt ein staatliches Gesamtprogramm vor, das er als "Catching-up- und Upgrading-Programm (CUProg)" (3) bezeichnet. Diese Handlungsstrategie für einen Entwicklungs- und Aufholprozeß Polens beinhaltet ein Bündel wirtschaftspolitischer Ansätze. Fraglich bleibt nur, ob der Staat imstande ist, dieses Programm durchzusetzen. Dies erfordert, so Hirschmann, einen basisdemokratischen Konsens über die Ziele der Transformation und die unbedingte Unterstützung der Bevölkerung. Hingegen müssen die konkreten Maßnahmen durch ein auf Zeit eingesetztes und autonomes Expertenteam getroffen werden. Hinsichtlich der Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Polens haben die neuen Entwicklungsprogramme nur einen geringen Niederschlag gefunden. Polnische Wettbewerbsvorteile zeigen sich hauptsächlich bei den arbeitsintensiven Gütern und weniger bei den technologie- und humankapitalintensiven. Den Grund dafür sieht der Autor in der fehlenden Abstimmung der vier Transformationsbereiche. "Festzustellen ist somit, daß wesentliche Voraussetzungen für eine Abstimmung der vier Bereiche im Transformationsprozeß in Polen nicht vorlagen und -liegen" (208). Daraus ergibt sich eine Entfremdung zwischen Eliten und Gesellschaft. "Der langsame, aber stetige Prozeß einer solchen Entfremdung ist in Polen nicht zu übersehen [...], auch weil die herrschenden Eliten die Gesellschaft nicht genügend auf das konkrete Wesen der Marktwirtschaft vorbereiteten" (233). Die begonnenen EU-Beitrittsverhandlungen mit Polen könnten dazu beitragen, diese Entfremdung zu mindern. Inhaltsübersicht: 2. Das Magische Viereck des Transformationsprozesses: 2.1 Die ökonomische Transformation; 2.2 Die politische Transformation; 2.3 Die soziale Transformation; 2.4 Die gesellschaftliche Transformation; 2.5 Das Player-in-the-game-Dilemma. 3. Die Entwicklung ökonomischer Strukturen und Internationaler Wettbewerbsfähigkeit im bisherigen Transformationsprozeß: 3.1 Die ökonomische Entwicklung in Polen; 3.2 Die Wettbewerbssituation Polens. 4. Theoretische Implikationen und alternative Handlungsstrategien für einen Entwicklungs- und Aufholprozeß: 4.1 Die Catching-up-Hypothese - Traditioneller Ansatz und modifizierte Arbeitsdefinition; 4.2 Ansätze der Technologischen Lücke (Neo-Technologie-Ansatz); 4.3 Implikationen der Neuen Wachstumstheorie für den polnischen Entwicklungsprozeß; 4.4 Weitere ausgewählte Ansätze mit Berücksichtigung der Technologie- und Innovationskomponente; 4.5 Die Gewinnung von Wettbewerbsvorteilen - Der Porter-Ansatz. 5. Voraussetzungen und Möglichkeiten einer staatlichen Beeinflussung des Entwicklungsprozesses: 5.1 Die Bedeutung des Entwicklungs- und Aufholpotentials; 5.2 Möglichkeiten staatlicher Beeinflussung des Entwicklungsprozesses. 6. Die Bedeutung der politischen, sozialen und gesellschaftlichen Transformation: 6.1 Die politische Transformation; 6.2 Die soziale Transformation; 6.3 Die gesellschaftliche Transformation. 7. Prozeß- und Zielkonflikte im Magischen Viereck des Transformationsprozesses: 7.1 Timing und Sequenzing für ein harmonisches Gesamtsystem in der Transformationsphase: Eine Möglichkeit für Polen?; 7.2 Prozeß- und Zielkonflikt in unterschiedlichen Phasen staatlicher Entwicklung; 7.3 Prozeß- und Zielkonflikte bei einem Catching-up- und Upgrading-Programm.
Wilhelm Johann Siemers (Sie)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.622.2 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Kai Hirschmann: Die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Polens im Magischen Viereck des Transformationsprozesses Berlin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4646-die-verbesserung-der-internationalen-wettbewerbsfaehigkeit-polens-im-magischen-viereck-des-transformationsprozesses_8367, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8367 Rezension drucken
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