/ 22.06.2013
Daniel Ostrowski
Die Public Diplomacy der deutschen Auslandsvertretungen weltweit. Theorie und Praxis der deutschen Auslandsöffentlichkeitsarbeit
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010; 224 S.; brosch., 34,95 €; ISBN 978-3-531-16959-0Politikwiss. Diss. Köln; Gutachter: Th. Jäger, M. Zimmer. – Ziele, Strategien und Instrumente einer sowohl auf Medien als auch auf interpersonale Kommunikation ausgerichteten Außendarstellung von Staaten werden im angelsächsischen Sprachraum bereits seit längerem unter dem Begriff „Public Diplomacy“ zusammengefasst. Dieses außenpolitische Instrumentarium erlebte weltweit zuletzt einen Aufschwung und rückte in den Fokus von politischer Praxis und Wissenschaft. Auch in Deutschland haben strategisch ausgerichtete Kommunikationsmaßnahmen an Bedeutung gewonnen, die darauf zielen, Zustimmung und Verständnis für unser Land und sein internationales Handeln zu generieren und das Außenbild zu verbessern. Die Forschung dazu ist durch Einzelfallstudien geprägt. Für diese, in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt entstandene Studie konnten erstmals fast sämtliche deutsche Auslandsvertretungen systematisch zu Praxis und Wahrnehmung der deutschen Public Diplomacy befragt werden. Klarer Schwerpunkt der Arbeit ist die ausführliche Wiedergabe der Umfrageergebnisse, deren grafische Aufarbeitung sowie die Ableitung zahlreicher Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Wirksamkeit entsprechender Maßnahmen. Der vorangestellte Theorieteil – Literaturschau, Definitionsabgrenzung sowie Anknüpfung an ausgewählte sozialwissenschaftliche Theorien – ist überschaubar und wirkt wie eine akademische Pflichtübung. Während der Untertitel eine umfassende Auseinandersetzung mit „Theorie und Praxis der deutschen Auslandsöffentlichkeitsarbeit“ verspricht, werden konzeptionellen Grundlagen der deutschen Public Diplomacy, ihre strategische Ausrichtung oder ihre Einbettung in das restliche außenpolitische Instrumentarium leider kaum beleuchtet. Der Erkenntnisgewinn der Studie dürfte vor allem für Praktiker von Relevanz sein, die nahe liegende Schlussfolgerungen, wie z. B. „Mut zu unkonventionellen Themen“ (95) oder „gezielte Schulung der Mitarbeiter in der Sprache des Gastlandes“ (186) nun empirisch belegt sehen.
Thomas Henzschel (TH)
Dr., Auswärtiges Amt, Arbeitsstab Iran.
Rubrizierung: 4.21
Empfohlene Zitierweise: Thomas Henzschel, Rezension zu: Daniel Ostrowski: Die Public Diplomacy der deutschen Auslandsvertretungen weltweit. Wiesbaden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32093-die-public-diplomacy-der-deutschen-auslandsvertretungen-weltweit_38282, veröffentlicht am 19.07.2010.
Buch-Nr.: 38282
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Dr., Auswärtiges Amt, Arbeitsstab Iran.
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