/ 20.06.2013
Die Mauer
Eyal Ofer
Die Mauer. Israel - Palästina. Ein Bildband mit Beiträgen von Uri Avnery, Eyal Ofer, Manuela Dviri, Freimut Duve und Oswald Le Winter
Neu Isenburg: Melzer Verlag 2004 (SEMITedition); 120 S.; pb., 9,95 €; ISBN 3-937389-49-0Dieser Bildband des jüdischen Fotojournalisten Ofer zeigt eindrucksvolle und bedrückende Bilder der Mauer, die die israelische Regierung bauen lässt, um, wie sie sagt, unilateral den Terror zu bekämpfen. Sie soll die verfeindeten Parteien trennen, ähnlich wie die Berliner Mauer, doch sie ist noch unmenschlicher, schreibt Avnery als einer von fünf Autoren, die die zahlreichen Fotos durch Essays beziehungsweise ein Gedicht (Le Winter) ergänzen. Die Autoren beschreiben ihre persönlichen Eindrücke d...
Eyal Ofer
Die Mauer. Israel - Palästina. Ein Bildband mit Beiträgen von Uri Avnery, Eyal Ofer, Manuela Dviri, Freimut Duve und Oswald Le Winter
Neu Isenburg: Melzer Verlag 2004 (SEMITedition); 120 S.; pb., 9,95 €; ISBN 3-937389-49-0Dieser Bildband des jüdischen Fotojournalisten Ofer zeigt eindrucksvolle und bedrückende Bilder der Mauer, die die israelische Regierung bauen lässt, um, wie sie sagt, unilateral den Terror zu bekämpfen. Sie soll die verfeindeten Parteien trennen, ähnlich wie die Berliner Mauer, doch sie ist noch unmenschlicher, schreibt Avnery als einer von fünf Autoren, die die zahlreichen Fotos durch Essays beziehungsweise ein Gedicht (Le Winter) ergänzen. Die Autoren beschreiben ihre persönlichen Eindrücke der Situation. Sie schildern etwa den Einfluss der Mauer auf die Lebensumstände befreundeter palästinensischer Familien, zum Beispiel die Familie von Hanni Amar, deren Grundstück von der Mauer geteilt wurde und die dadurch von ihrem Dorf, Mascha, vollständig abgeschlossen wurde. Diese Familie hat zwar ein eigenes, „privates“ Tor erhalten, d. h. sie ist nicht auf das Haupttor nach Mascha angewiesen, das nur dreimal am Tag geöffnet wird. Doch wegen ihres privaten Tors wurde das Haus der Amars von einem zusätzlichen Zaun eingeschlossen, sodass die achtköpfige Familie nun wie in einer Festung lebt und von jeglicher Infrastruktur abgeschlossen ist. Avnery, der seit 1948 für die friedliche Koexistenz von Israelis und Palästinensern streitet, schreibt: „Es ist eine Mauer zwischen uns und dem palästinensischen Volk, zwischen uns und der gesamten arabischen Welt. [...] Der israelische Bulldozer kommt nach dem israelischen Panzer, um uns endgültig zu trennen von der Landschaft, die uns umgibt.“ (5)
Christiane J. Fröhlich (CJF)
Dr., Soziologie mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Hamburg.
Rubrizierung: 2.63 | 2.25 | 4.41
Empfohlene Zitierweise: Christiane J. Fröhlich, Rezension zu: Eyal Ofer: Die Mauer. Neu Isenburg: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22978-die-mauer_26248, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26248
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Dr., Soziologie mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Hamburg.
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