/ 06.06.2013
Björn Gerd Schubert
Affirmative Action und Reverse Discrimination. Zur Problematik von Frauenquoten im öffentlichen Dienst am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland unter Einbeziehung des Rechts der Europäischen Gemeinschaft, der Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik Südafrika
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2003 (Fundamenta Juridica 45); 605 S.; brosch., 88,- €; ISBN 3-7890-8307-0Rechtswiss. Diss. Hannover; Gutachter: H.-P. Schneider. - Das Thema ist eindeutig: Frauenquoten im öffentlichen Dienst der Bundesrepublik, der USA und der Republik Südafrika; die Einstellungen zu dem Thema sind dagegen kontrovers: „Die Terminologie um Reverse Discrimination [...] und Affirmative Action wird vorrangig nach der Zielrichtung der Verwender eingesetzt. Reverse Discrimination stellt den Zusammenhang zu unzulässigen Quoten her" (531). Wenn der Autor also oft allein von Reverse Discrimination spricht, ist schon einiges über die Stoßrichtung und das Ergebnis der Arbeit gesagt. Die umfangreiche Dissertation arbeitet zunächst den empirischen Befund der qualitativ (häufig nicht quantitativ) ungleichen Erwerbstätigkeit von Frauen heraus. Danach widmet sich die Arbeit dem Recht der einzelnen Länder, was immer die Aspekte der Geschichte, politischen Diskussion, Dogmatik und Rechtsprechung umfasst. Für Deutschland werden hauptsächlich Art. 3 und 33 GG untersucht, ergänzt um Grundsatzentscheidungen des EuGH. In Amerika stehen Frauenquoten eher am Rande des Themas, gleichwohl lassen das Verfassungsrecht und die Rechtsprechung aufschlussreiche Beobachtungen zu. Südafrika schließlich ist das Land mit den weitestgehenden Bestimmungen zum Thema, wie ein anschließender Vergleich der drei Länder aufzeigt. Südafrika scheint dem Autor denn auch das einzige Land, in dem „Reverse Discrimination grundsätzlich bis zu einem gewissen Ausmaß zulässige Verfassungsverwirklichung" (529) ist. Die Behauptung des Autors, Affirmative Action sei außerdem tatsächlich unzureichend und müsse durch sozioökonomische Programme ersetzt werden, bleibt schleierhaft vor dem Hintergrund der deutschen Situation.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 2.27 | 2.36 | 2.64 | 2.67 | 2.21
Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Björn Gerd Schubert: Affirmative Action und Reverse Discrimination. Baden-Baden: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8867-affirmative-action-und-reverse-discrimination_22619, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22619
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Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
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