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/ 21.06.2013

Stalins letzte Opfer

Stefan Karner / Barbara Stelzl-Marx (Hrsg.)

Stalins letzte Opfer. Verschleppte und erschossene Österreicher in Moskau 1950-1953

Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag 2009 (Kriegsfolgen-Forschung 5); 676 S.; brosch., 39,80 €; ISBN 978-3-205-78281-0
In dem Band wird das Schicksal der letzten 104 österreichischen Stalin-Opfer rekonstruiert. Zunächst analysieren österreichische, russische und deutsche Historikerinnen und Historiker dieses dunkle Kapitel der späten Stalinzeit. Im zweiten Teil werden die Kurzbiografien der 104 Opfer sowie der leitenden Mitarbeiter der Abteilung für Gegenspionage dargestellt und auf typische Charakteristika hin untersucht. Ferner werden die Umstände, die zu den Kontakten der Betroffenen mit westlichen Nachrichte...
Stefan Karner / Barbara Stelzl-Marx (Hrsg.)

Stalins letzte Opfer. Verschleppte und erschossene Österreicher in Moskau 1950-1953

Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag 2009 (Kriegsfolgen-Forschung 5); 676 S.; brosch., 39,80 €; ISBN 978-3-205-78281-0
In dem Band wird das Schicksal der letzten 104 österreichischen Stalin-Opfer rekonstruiert. Zunächst analysieren österreichische, russische und deutsche Historikerinnen und Historiker dieses dunkle Kapitel der späten Stalinzeit. Im zweiten Teil werden die Kurzbiografien der 104 Opfer sowie der leitenden Mitarbeiter der Abteilung für Gegenspionage dargestellt und auf typische Charakteristika hin untersucht. Ferner werden die Umstände, die zu den Kontakten der Betroffenen mit westlichen Nachrichtendiensten geführt haben, nachgezeichnet. Die Opfer sind typischerweise desertierte sowjetische Besatzungssoldaten oder staatenlose Personen, die aus schierer Not und Unwissenheit in die Fänge der Spionage gerieten. Jedem dieser Opfer wird anhand biografischer Eckdaten und vorhandener Quellen wie bewegenden Gnadengesuchen gleichsam das Gesicht zurückgegeben und so die Gnadenlosigkeit des totalitären Systems unter Josef Stalin eindrucksvoll illustriert. Darauf aufbauend wird die Geschichte der Todesstrafe in der Sowjetunion beschrieben und ein Einblick in das Prozedere der Haft von der Festnahme bis zur Hinrichtung gegeben. Auch die Angehörigen, deren Biografien von der jahrzehntelangen Unwissenheit über den Verbleib der Angehörigen geprägt waren, kommen zu Wort. Abschließend wird anhand der spezifischen Situation der sowjetischen Militärtribunale in Deutschland die Geschichte aller von 1950 bis 1953 hingerichteten Deutschen zusammengefasst. Die vorhandene Unverhältnismäßigkeit zwischen Vergehen und Bestrafung sowie die Unerbittlichkeit der Gerichte ist dazu angetan, auch heute, nach fast sechzig Jahren, noch Betroffenheit hervorzurufen.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.42.622.254.12.314 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Stefan Karner / Barbara Stelzl-Marx (Hrsg.): Stalins letzte Opfer. Wien/Köln/Weimar: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30430-stalins-letzte-opfer_36128, veröffentlicht am 05.08.2009. Buch-Nr.: 36128 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA