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/ 21.06.2013

Paul Felix Lazarsfeld – Leben und Werk

Wolfgang R. Langenbucher (Hrsg.)

Paul Felix Lazarsfeld – Leben und Werk. Anstatt einer Biografie

Wien: Wilhelm Braumüller 2008 (Edition Sozialwissenschaften 1); XVII, 299 S.; kart., 28,90 €; ISBN 978-3-7003-1680-0
Der Band hat, wie schon der Untertitel ausweist, eine eigentümliche Gestalt. Mit Ausnahme des einleitenden Beitrags von Amann sind alle Aufsätze bereits früher veröffentlicht worden, und zwar in dem lang gespannten Zeitraum von 1976 bis 2004. Auch der Originalbeitrag von Amann beruht auf einer Rede, die bereits 2001 gehalten wurde. Die Texte von Lazarsfeld selbst sind gleichfalls schon vor langer Zeit veröffentlicht worden. Warum also dieser Band? Hintergrund ist eine an der Universität Wien err...
Wolfgang R. Langenbucher (Hrsg.)

Paul Felix Lazarsfeld – Leben und Werk. Anstatt einer Biografie

Wien: Wilhelm Braumüller 2008 (Edition Sozialwissenschaften 1); XVII, 299 S.; kart., 28,90 €; ISBN 978-3-7003-1680-0
Der Band hat, wie schon der Untertitel ausweist, eine eigentümliche Gestalt. Mit Ausnahme des einleitenden Beitrags von Amann sind alle Aufsätze bereits früher veröffentlicht worden, und zwar in dem lang gespannten Zeitraum von 1976 bis 2004. Auch der Originalbeitrag von Amann beruht auf einer Rede, die bereits 2001 gehalten wurde. Die Texte von Lazarsfeld selbst sind gleichfalls schon vor langer Zeit veröffentlicht worden. Warum also dieser Band? Hintergrund ist eine an der Universität Wien errichtete Namensprofessur, und damit verbunden die Überzeugung des Herausgebers, dass der gebürtige Wiener Lazarsfeld ein Klassiker der Sozialwissenschaften ist, der zu Unrecht in Vergessenheit geraten sei und deshalb neu ins Gedächtnis gerückt werden müsse. Die Anlage des Bandes erinnert ein wenig an eine Festschrift, wozu auch die Zeitleiste und die Bibliografie der Werke Lazarsfelds am Ende des Buches passen. Die meisten Beiträge haben einen eher biografischen als systematischen Ansatz, gehen aber auch auf die vielfältigen wissenschaftlichen Leistungen Lazarsfelds ein. Ob dieser nun schlankweg als der (Singular!) „Begründer der empirischen Sozialforschung“ bezeichnet werden kann, wie in der Buchinformation behauptet, bleibe dahingestellt. Unbestreitbar sind seine großen Verdienste um die Kommunikationsforschung, um soziologische und politikwissenschaftliche, aber auch methodische und epistemologische Fragestellungen. Auf allen diesen Gebieten gibt es ein umfassendes Werk, das hier einen neuen Anstoß erhalten soll. In jedem Fall lesen sich die Erinnerungen von Lazarsfeld, die den umfangreichsten Einzelbeitrag des Bandes ausmachen, als eine ebenso spannende wie aufschlussreiche Geschichte der empirischen Sozialforschung in den USA – der Titel verspricht hier nicht zu viel.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 1.31.2 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Wolfgang R. Langenbucher (Hrsg.): Paul Felix Lazarsfeld – Leben und Werk. Wien: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30030-paul-felix-lazarsfeld--leben-und-werk_35593, veröffentlicht am 16.07.2009. Buch-Nr.: 35593 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA