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/ 20.06.2013

Ordnung und Geschichte. Band X:

Eric Voegelin

Ordnung und Geschichte. Band X: Auf der Suche nach Ordnung. Hrsg. von Paul Caringella und Gilbert Weiss. Aus dem Englischen von Helmut Winterholler

München: Wilhelm Fink Verlag 2004 (Periagoge); 175 S.; Ln., 24,90 €; ISBN 3-7705-3846-3
Der 1987 posthum erschienene Band schließt Voegelins Spätwerk „Ordnung und Geschichte“ ab und gilt nach seiner eigenen Einschätzung als „Schlüssel zu all seinen anderen Werken” (Vorwort Lissy Voegelin [17]). Die Ausgabe wird durch ein umfangreiches Nachwort der Herausgeber ergänzt, das den Text in seinen zentralen Aussagen erläutert und in die Werkgeschichte einordnet. Voegelin begriff angesichts der totalitären Diktaturen und „gnostischen Massenbewegungen“ des 20. Jahrhunderts das Problem von m...
Eric Voegelin

Ordnung und Geschichte. Band X: Auf der Suche nach Ordnung. Hrsg. von Paul Caringella und Gilbert Weiss. Aus dem Englischen von Helmut Winterholler

München: Wilhelm Fink Verlag 2004 (Periagoge); 175 S.; Ln., 24,90 €; ISBN 3-7705-3846-3
Der 1987 posthum erschienene Band schließt Voegelins Spätwerk „Ordnung und Geschichte“ ab und gilt nach seiner eigenen Einschätzung als „Schlüssel zu all seinen anderen Werken” (Vorwort Lissy Voegelin [17]). Die Ausgabe wird durch ein umfangreiches Nachwort der Herausgeber ergänzt, das den Text in seinen zentralen Aussagen erläutert und in die Werkgeschichte einordnet. Voegelin begriff angesichts der totalitären Diktaturen und „gnostischen Massenbewegungen“ des 20. Jahrhunderts das Problem von menschlicher Ordnung in Gesellschaft und Geschichte als ein Problem der Ordnung des Bewusstseins. Politische Philosophie setzt daher nach Voegelin eine Philosophie des Bewusstseins voraus. Und „Bewußtsein bedeutete dabei für Voegelin von Beginn an ‚konkretes' Bewusstsein“ eines „konkreten Menschen in einer konkreten Gesellschaft zu einem konkreten historischen Zeitpunkt“(Nachwort [142]). Auf seiner langjährigen philosophischen „Suche nach Ordnung“ kommt er so zu einem „bescheidenen“ Ergebnis, das ihn jedoch gerade von allen Ideologien „hermetischer“ Denker wohltuend unterscheidet. Denn am Ende seiner Suche steht kein Dogma und keine totalitäre Prophezeiung eines „Ende[s] der Geschichte“ wie etwa bei Hegel, sondern ein offener Prozess, der seinen Ausgangspunkt in der individuell-existenziellen Transzendenzerfahrung nimmt. Voegelin macht dieses Grundanliegen seiner Philosophie noch einmal abschließend deutlich anhand des Komplexes von „Bewußtsein-Realität-Sprache“ sowie der Auseinandersetzung mit Hegel, Hesiod und Platon.
Robert Chr. van Ooyen (RVO)
Dr., ORR, Hochschullehrer für Staats- und Gesellschaftswissenschaften, Fachhochschule des Bundes Lübeck; Lehrbeauftragter am OSI der FU Berlin sowie am Masterstudiengang "Politik und Verfassung" der TU Dresden.
Rubrizierung: 5.425.315.33 Empfohlene Zitierweise: Robert Chr. van Ooyen, Rezension zu: Eric Voegelin: Ordnung und Geschichte. Band X: München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22221-ordnung-und-geschichte-band-x_25341, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25341 Rezension drucken
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