/ 17.06.2013
Jürgen Kopfmüller / Volker Brandl / Juliane Jörissen / Michael Paetau / Gerhard Banse / Reinhard Coenen / Armin Grunwald
Nachhaltige Entwicklung integrativ betrachtet. Konstitutive Elemente, Regeln, Indikatoren
Berlin: edition sigma 2001 (Global zukunftsfähige Entwicklung - Perspektiven für Deutschland 1); 432 S.; 25,46 €; ISBN 3-89404-582-X"Nachhaltigkeit" gilt seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 als weithin anerkanntes Leitbild sektoraler Entwicklungsstrategien; ein Konsens besteht allerdings weniger hinsichtlich der zu berücksichtigenden Dimensionen (ökologisch, ökonomisch, sozial) und erst recht nicht auf der Ebene der Operationalisierung einzelner Indikatoren. Der Band, der auf einem seit 1998 in der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) durchgeführten Verbundprojekt zur Konkretisierung und Umsetzung des Leitbilds nachhaltiger Entwicklung beruht, will die Diskussion durch die Formulierung eines integrativen Konzepts weiterführen. Dieses Konzept hebt sich vor allem durch zwei Aspekte von anderen Vorschlägen ab: Zunächst wird die Unverzichtbarkeit normativer Überlegungen betont und ein inter- wie intragenerative Gesichtspunkte umfassendes Gerechtigkeitsprinzip zum Ausgang genommen, aus dem sich die Verknüpfung der ökologischen, ökonomischen und sozialen mit der institutionell-politischen Dimension ergibt. Die zweite konzeptionelle Neuerung besteht in der Differenzierung zwischen substanziellen Mindestanforderungen - ausgedrückt in 15 so genannten "Was-Regeln" der Nachhaltigkeit (189 ff.) - und 10 instrumentellen Nachhaltigkeitsregeln, mit denen generelle Umsetzungsbedingungen reflektiert werden. Nicht nur die Operationalisierung beider Regelkataloge in einem umfangreichen Indikatorensystem, sondern auch die abschließende Reflexion der Nachhaltigkeitsdebatte als Medium eines gesellschaftlichen Lernprozesses machen diesen Band in methodischer wie inhaltlicher Hinsicht sehr anregend.
Inhaltsübersicht: 2. Die Nachhaltigkeitsdebatte als Ausgangspunkt; 3. Dimensionen nachhaltiger Entwicklung; 4. Die Architektur des integrativen Ansatzes; 5. Substanzielle Nachhaltigkeitsregeln; 6. Instrumentelle Nachhaltigkeitsregeln; 7. Indikatoren zur Operationalisierung des Nachhaltigkeitsleitbildes; 8. Epilog: Das Nachhaltigkeitspostulat als Medium gesellschaftlicher Lernprozesse.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 2.26 | 2.34
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Jürgen Kopfmüller / Volker Brandl / Juliane Jörissen / Michael Paetau / Gerhard Banse / Reinhard Coenen / Armin Grunwald: Nachhaltige Entwicklung integrativ betrachtet. Berlin: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16198-nachhaltige-entwicklung-integrativ-betrachtet_18579, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 18579
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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