/ 19.06.2013
Heldenprüfung
Jürgen Busche
Heldenprüfung. Das verweigerte Erbe des Ersten Weltkriegs
München: Deutsche Verlags-Anstalt 2004; 196 S.; geb., 18,90 €; ISBN 3-421-05779-6Angeregt durch die jüngsten Bundeswehreinsätze im Ausland, bei denen erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik deutsche Soldaten mit Kampfauftrag in Krisenregionen geschickt wurden, setzt sich der Autor mit der Frage auseinander, welchen Stellenwert das Konzept des „Kriegshelden“ in der deutschen Gesellschaft heute hat. Seine Prämisse ist dabei, dass durch den Zusammenbruch des militaristischen NS-Staates und die Niederlage der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg in der deutschen Öffentlichkeit n...
Jürgen Busche
Heldenprüfung. Das verweigerte Erbe des Ersten Weltkriegs
München: Deutsche Verlags-Anstalt 2004; 196 S.; geb., 18,90 €; ISBN 3-421-05779-6Angeregt durch die jüngsten Bundeswehreinsätze im Ausland, bei denen erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik deutsche Soldaten mit Kampfauftrag in Krisenregionen geschickt wurden, setzt sich der Autor mit der Frage auseinander, welchen Stellenwert das Konzept des „Kriegshelden“ in der deutschen Gesellschaft heute hat. Seine Prämisse ist dabei, dass durch den Zusammenbruch des militaristischen NS-Staates und die Niederlage der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg in der deutschen Öffentlichkeit nach 1945 die Vorstellung vom Heldentum des Einzelnen im Kriege gründlich diskreditiert worden sei und die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weit verbreitete Verehrung von Kriegshelden einer indifferenten bis kritischen Einstellung zum Handeln des Soldaten im Krieg Platz gemacht habe. Anhand von sechs exemplarischen Fällen - Franz von Hipper, Ernst Jünger, Erwin Rommel, Paul von Lettow-Vorbeck, Felix Graf Luckner und Ernst Udet - untersucht der Autor, worin deren Ruhm dieser Persönlichkeiten als Kriegsheld jeweils begründet gewesen ist und was überhaupt in der deutschen Gesellschaft bis 1945 als „heldenhaftes Verhalten im Krieg“ gegolten hat. Ziel seiner essayistischen Betrachtung ist es herauszufinden, ob Tradition und Rezeption des Bildes vom „Kriegshelden“ bestimmte Charaktereigenschaften, Verhaltensweisen und handlungsleitende ethische Werte erkennbar werden lassen, die auch heute noch die Beurteilung soldatischen Handelns im Krieg prägen könnten und sollten.
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.3 | 2.31 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Jürgen Busche: Heldenprüfung. München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21249-heldenpruefung_24801, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24801
Rezension drucken
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
CC-BY-NC-SA