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/ 20.06.2013

Genozid und Gedenken

Henning Melber (Hrsg.)

Genozid und Gedenken. Namibisch-deutsche Geschichte und Gegenwart

Frankfurt a. M.: Brandes & Apsel 2005; 204 S.; pb., 16,90 €; ISBN 3-86099-822-6
Melber bezeichnet die Vernichtung der Herero und Nama als „ein Beispiel des ‚qualifizierten Genozids’“ (16). Im „kolonialen Genozid“ sieht er eine „teilweise weichenstellende Entwicklung für die späteren Entwicklungen zur NS-Schreckensherrschaft“ (19). „Der koloniale Rassismus […sei] ein fruchtbarer Boden für die weitere Entfaltung des Antisemitismus“ (20) gewesen. Die Aufsatzautoren geben nicht nur einen Überblick über den Ablauf...
Henning Melber (Hrsg.)

Genozid und Gedenken. Namibisch-deutsche Geschichte und Gegenwart

Frankfurt a. M.: Brandes & Apsel 2005; 204 S.; pb., 16,90 €; ISBN 3-86099-822-6
Melber bezeichnet die Vernichtung der Herero und Nama als „ein Beispiel des ‚qualifizierten Genozids’“ (16). Im „kolonialen Genozid“ sieht er eine „teilweise weichenstellende Entwicklung für die späteren Entwicklungen zur NS-Schreckensherrschaft“ (19). „Der koloniale Rassismus […sei] ein fruchtbarer Boden für die weitere Entfaltung des Antisemitismus“ (20) gewesen. Die Aufsatzautoren geben nicht nur einen Überblick über den Ablauf der damaligen Ereignisse, sondern bieten auch eine kritische Bestandsaufnahme des Gedenkens und der Erinnerungskultur im Umgang mit dem Genozid. Zwar habe sich die zuständige Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul 2004 erstmals offiziell für die Ereignisse entschuldigt, Entschädigungen seien aber bis heute nicht gezahlt worden. Die Aufarbeitung dieses Kapitels deutsch-namibischer Geschichte gestalte sich schwierig, was nicht zuletzt auf die multiethnische Gesellschaft und das „Nebeneinander einzelner Erinnerungskulturen“ zurückzuführen sei. Die Herero dominierten mit ihren Initiativen das Bild, während sich die Nama nur zögerlich in die Debatte einbringen würden. Man spreche auch von einer „Konkurrenz der Opfer“ (163). Die Publikation dokumentiert die Konferenz „Völkermord und Kolonialliteratur – Historische, völkerrechtliche und literarische Aspekte deutscher Kolonialherrschaft in Südwestafrika“, die im Oktober 2004 anlässlich des 100. Jahrestages des Völkermordes an der Universität Odense stattfand.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 4.12.3112.352.672.23 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Henning Melber (Hrsg.): Genozid und Gedenken. Frankfurt a. M.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21809-genozid-und-gedenken_28746, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28746 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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