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/ 21.06.2013

Generationengerechtigkeit – Herausforderung für die zeitgenössische Ethik

Andrea Heubach

Generationengerechtigkeit – Herausforderung für die zeitgenössische Ethik

Göttingen: V&R unipress 2008; 229 S.; geb., 38,90 €; ISBN 978-3-89971-458-6
Phil. Diss. Mainz; Gutachter: S. Grätzel. – Im politischen Diskurs wird der Begriff der Generationengerechtigkeit häufig unpräzise und schlagwortartig verwendet. Dem will die Autorin abhelfen. Daher befasst sie sich ausführlich mit der Frage, was Generationengerechtigkeit bedeutet. „Es ist möglich, aus der zeitgenössischen Ethik die Forderungen einer Generationengerechtigkeit abzuleiten“ (14), lautet die Kernthese Heubachs. Zunächst definiert sie den Begriff und benennt die zah...
Andrea Heubach

Generationengerechtigkeit – Herausforderung für die zeitgenössische Ethik

Göttingen: V&R unipress 2008; 229 S.; geb., 38,90 €; ISBN 978-3-89971-458-6
Phil. Diss. Mainz; Gutachter: S. Grätzel. – Im politischen Diskurs wird der Begriff der Generationengerechtigkeit häufig unpräzise und schlagwortartig verwendet. Dem will die Autorin abhelfen. Daher befasst sie sich ausführlich mit der Frage, was Generationengerechtigkeit bedeutet. „Es ist möglich, aus der zeitgenössischen Ethik die Forderungen einer Generationengerechtigkeit abzuleiten“ (14), lautet die Kernthese Heubachs. Zunächst definiert sie den Begriff und benennt die zahlreichen Anwendungsbereiche der Generationengerechtigkeit. Es geht um so unterschiedliche Probleme wie die Altersversorgung, die Altersdiskriminierung, die Staatsverschuldung, die technologische Entwicklung oder die Ökologie. Die Anwendungsgebiete der Generationengerechtigkeit können so auch mit Kategorien ethischer Disziplinen wie der Bio-, Medizin-, Sozial-, Umwelt-, Technik- und Wissenschaftsethik belegt werden. Im Hauptteil der Arbeit werden einzelne Ethiken auf ihre Tauglichkeit für die Generationengerechtigkeit geprüft. Als Repräsentanten der zeitgenössischen Ethik, die sich mit der Überzeitlichkeit von intergenerationellen Obligationen auseinandersetzen, analysiert Heubach die Gerechtigkeitstheorie John Rawls', den Utilitarismus Dieter Birnbachers, Hans Jonas' Verantwortungsethik und den diskursethischen Ansatz Felix Ekardts. Bei allen vier Ethiken mangele es an einem Regelsystem, aus dem „Aussagen für die Fälle konkurrierender Interessen im Rahmen der Generationengerechtigkeit selbst und für die Fälle der Kollisionen mit der intragenerationellen Gerechtigkeit abgeleitet werden können“ (216). Wie die Basisregeln eines solchen Systems formuliert sein könnten, erläutert die Autorin en détail. Ihr Gesamtergebnis lautet, dass sich Generationengerechtigkeit als eine Herausforderung erweist, der die zeitgenössische Ethik bislang noch nicht hinreichend gerecht wird. Daher sei es wichtig, „Bemühungen zu unternehmen, um das Konzept der Generationengerechtigkeit als wichtigen Bereich der Ethik in eine allgemeine Theorie der Gerechtigkeit zu integrieren, im Rahmen derer mögliche Konkurrenzen einzelner Praktiken reglementiert sind“ (218).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.425.44 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Andrea Heubach: Generationengerechtigkeit – Herausforderung für die zeitgenössische Ethik Göttingen: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29580-generationengerechtigkeit--herausforderung-fuer-die-zeitgenoessische-ethik_35019, veröffentlicht am 05.08.2009. Buch-Nr.: 35019 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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