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/ 19.06.2013

Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin

Werner Maser

Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin

München: Olzog 2004; 478 S.; hardc., 34,- €; ISBN 3-7892-8134-4
„[W]ie die Geschichte verdreht, verfälscht wurde - und vielfach weiterhin wird, soweit sie Hitler und Stalin und die von ihnen geprägten Regime betreffen“ (11), zeigt der Historiker und Hitler-Experte Maser in diesem Buch an Beispielen und benennt auch die jeweiligen Urheber der Fälschungen. So kritisiert er beispielsweise die Ausführungen Alan Bullocks und Hans Franks über die Herkunft und Abstammung Hitlers, die nicht der Realität entsprächen. Er zählt auch die von Lothar Machtan b...
Werner Maser

Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin

München: Olzog 2004; 478 S.; hardc., 34,- €; ISBN 3-7892-8134-4
„[W]ie die Geschichte verdreht, verfälscht wurde - und vielfach weiterhin wird, soweit sie Hitler und Stalin und die von ihnen geprägten Regime betreffen“ (11), zeigt der Historiker und Hitler-Experte Maser in diesem Buch an Beispielen und benennt auch die jeweiligen Urheber der Fälschungen. So kritisiert er beispielsweise die Ausführungen Alan Bullocks und Hans Franks über die Herkunft und Abstammung Hitlers, die nicht der Realität entsprächen. Er zählt auch die von Lothar Machtan behauptete Homosexualität Hitlers auf oder die „maßlosen Übertreibungen der Feindpropaganda [...] über Auschwitz und das später errichte KZ-Lager Birkenau“ (342). Der Schwerpunkt der Darstellung liegt eindeutig auf Hitler, Details über Stalins Biografie erfährt die Leserschaft kaum. Stalin findet immer dann Erwähnung, wenn es um die deutsch-russischen Beziehungen geht, wenn der Autor etwa die russische Seite als Initiatorin des Hitler-Stalin-Paktes bezeichnet. Masers Empörung über „Scharlatane, eifernde Laienhistoriker und Fälschungen ‚nachbetende Trittbrettfahrer', die sich in der Zeitgeschichtsschreibung [...] tummeln“ (6), ist immens. So kritisiert er Eberhard Jäckel aufgrund der Missachtung des Forschungsstandes und der Quellenlage, spricht von Sebastian Haffner als einem, der „Spaß am freien Gedankenspiel mit historischen Fakten“ (199) hat und sagt über Guido Knopp, dass er Geschichte „nach Oscar Wildes ironischem Rat ‚laßt nie Fakten einer guten Story in die Quere kommen'“ (386) darstellt. Daniel Goldhagens Aussagen sind für ihn „abwegig[e] und geschichtsfremd[e]“ „Unterstellungen“ (377) und Norman Finkelsteins Holocaust-Definition habe ebenso wenig mit dem historischen Sachverhalt gemeinsam, wie die Goldhagens. Ein Buch, das sicher reichlich Widerspruch hervorrufen wird.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3122.352.232.622.311 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Werner Maser: Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21365-faelschung-dichtung-und-wahrheit-ueber-hitler-und-stalin_24935, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24935 Rezension drucken
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