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/ 19.06.2013

Die Normierung der Fortpflanzung

Veit Müller

Die Normierung der Fortpflanzung. Der Einfluss eugenischer und humangenetischer Erkenntnisse und Forderungen auf das menschliche Reproduktionsverhalten

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2004 (Leipziger Schriften zur Gesellschaftswissenschaft 12; Nomos Universitätsschriften: Politik); 117 S.; brosch., 41,- €; ISBN 3-8329-0543-X
Ausgehend von Foucaults Konzept des Sexualitäts-Dispositivs will der Autor zeigen, dass sich dieses heute zu einem neuen Dispositiv weiterentwickelt hat: dem genetischen Risiko/Sicherheits-Dispositiv. Hier werde das Ziel verfolgt, die menschliche Fortpflanzung zu normieren beziehungsweise zu regulieren und darüber zu kontrollieren. Der Autor will die Funktionsweise dieses neuen Dispositivs dekonstruieren, indem er herausarbeitet, wie die Hauptakteure dieser „produktiven Disziplinarmacht“, allen ...
Veit Müller

Die Normierung der Fortpflanzung. Der Einfluss eugenischer und humangenetischer Erkenntnisse und Forderungen auf das menschliche Reproduktionsverhalten

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2004 (Leipziger Schriften zur Gesellschaftswissenschaft 12; Nomos Universitätsschriften: Politik); 117 S.; brosch., 41,- €; ISBN 3-8329-0543-X
Ausgehend von Foucaults Konzept des Sexualitäts-Dispositivs will der Autor zeigen, dass sich dieses heute zu einem neuen Dispositiv weiterentwickelt hat: dem genetischen Risiko/Sicherheits-Dispositiv. Hier werde das Ziel verfolgt, die menschliche Fortpflanzung zu normieren beziehungsweise zu regulieren und darüber zu kontrollieren. Der Autor will die Funktionsweise dieses neuen Dispositivs dekonstruieren, indem er herausarbeitet, wie die Hauptakteure dieser „produktiven Disziplinarmacht“, allen voran der die Schwangere betreuende Arzt, die Konstruktion und Reproduktion des Dispositivs betreiben. Hierbei werde eine Strategie verfolgt, die der werdenden Mutter die Verantwortung für die Entscheidung für oder gegen die pränatale Diagnostik und damit die Frage nach einer eventuellen Abtreibung bei positiven Befunden auferlege. Damit entstehe zugleich eine Art (sozialer) Verpflichtung zum gesunden, nicht von den normativen Vorgaben abweichenden Kind. In dieser vermeintlichen „produktiven Selbstkontrolle“, d. h. der scheinbaren Individualisierung dieser Entscheidungen der werdenden Mutter realisierten sich faktisch die Machtbestrebungen der auf Kontrolle und Rationalisierung der Reproduktion abzielenden „Bio-Macht“.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.442.232.2632.24 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Veit Müller: Die Normierung der Fortpflanzung. Baden-Baden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21324-die-normierung-der-fortpflanzung_24889, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24889 Rezension drucken
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