/ 18.06.2013
Christoph Bertram / Friedrich Däuble (Hrsg.)
Wem dient der Auswärtige Dienst? Erfahrungen von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft
Opladen: Leske + Budrich 2002; 198 S.; kart., 14,90 €; ISBN 3-8100-3651-XDerzeit ist ein tief greifender Wandel aller europäischen diplomatischen Dienste zu beobachten. Vor diesem Hintergrund stellen namhafte Autoren aus Gesellschaft, Wissenschaft und Politik Überlegungen zu den heutigen Anforderungen an den deutschen Auswärtigen Dienst und seine entsprechende zukünftige Ausgestaltung an. Dabei wird die Vielfalt internationaler Wechselwirkungen deutlich, denen der Dienst heute ausgesetzt ist und auf die er angemessen reagieren muss. Das Außenministerium hat heute keineswegs mehr das Monopol der Außenpolitik inne, was jedoch nicht mit einem Bedeutungsverlust gleichgesetzt werden darf. Vielmehr wächst mit der Ausfächerung deutscher internationaler Aufgaben und Präsenz der Bedarf an außenpolitischer Expertise. Fast alle Beiträge stimmen demzufolge darin überein, den Auswärtigen Dienst zu einem Personalpool für die verschiedenartigsten internationalen Aktivitäten der Bundesrepublik auszubauen. Dazu gehört auch, den Austausch mit nichtstaatlichen Einrichtungen zu verbessern. Nicht zuletzt steht in den nächsten Jahren die Europäisierung der nationalen diplomatischen Dienste ins Haus, auch wenn dies die jeweiligen nationalen Diplomatien nicht ersetzen wird. In der Gesamtschau können fast alle Beiträge nicht nur als Reformvorschläge für den Auswärtigen Dienst, sondern als ein Aufruf zur Reform der gesamten Bundesverwaltung gelesen werden.
Inhalt: Erwartungen der Politik an den Auswärtigen Dienst: Christian Schmidt: Das Parlament (17-27); Lorenz Schomerus: Das Wirtschaftsressort (29-40); Volkmar Köhler: Die Entwicklungspolitik (41-50); Gerd Walter / Werner Kindsmüller: Die Bundesländer (51-57); Horst G. Krenzler: Die Europäische Union (59-71). Die Privatwirtschaft und der Auswärtige Dienst: Kurt J. Lauk: Die Exportwirtschaft (75-82); Günter Ihlau: Die Tourismusindustrie (83-99). Die Gesellschaft und der Auswärtige Dienst: Volkmar Deile: Die Nicht-Regierungsorganisationen (103-123); Uwe Optenhögel: Die politischen Stiftungen (125-140); Hanns W. Maull: Die Wissenschaft (141-148); Christian Bode: Die kulturellen Mittlerorganisationen (149-161); Werner Adam: Die Medien (163-169). Anhang: Charles Malinas: Das französische Modell (173-190); Volker Haack: Die deutsche Erfahrung (191-195).
Thomas Henzschel (TH)
Dr., Auswärtiges Amt, Arbeitsstab Iran.
Rubrizierung: 4.21 | 2.322
Empfohlene Zitierweise: Thomas Henzschel, Rezension zu: Christoph Bertram / Friedrich Däuble (Hrsg.): Wem dient der Auswärtige Dienst? Opladen: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17501-wem-dient-der-auswaertige-dienst_20151, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20151
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Dr., Auswärtiges Amt, Arbeitsstab Iran.
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