/ 17.06.2013
François Chesnais
Tobin or not Tobin. Eine internationale Kapitalsteuer. Aus dem Französischen von Birgit Althaler
Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2001 (Raisons d'agir 5); 121 S.; brosch., 8,08 €; ISBN 3-89669-999-7Das in Frankreich gegründete "Attac-Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte" ist mittlerweile auch in Deutschland sehr präsent, wenn über Globalisierungsfolgen diskutiert wird. Eine der Methoden, die es propagiert, um die internationalen Finanzströme wieder stärker der politischen Kontrolle zu unterwerfen und dem Profitdenken großer Kapitalgesellschaften Einhalt zu gebieten, ist die so genannte Tobin-Steuer. Sie wurde zuerst von dem amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger James Tobin im Jahre 1978 zur Diskussion gestellt. Er schlug von, eine weltweit zu erhebende Steuer auf Devisenspekulationen zu erheben, um kurzfristige Devisen-Transaktionen unrentabel zu machen. Damit sollten unter anderem auch destabilisierende Angriffe auf Währungen ökonomisch unattraktiv werden. Der französische Wirtschaftswissenschaftler Chesnais erläutert die Vorteile dieses Vorschlags in seinem sehr verständlich geschriebenen Buch. Die Information des Lesers ist dabei jedoch nicht seine einzige Absicht: Er will gleichzeitig zur politischen Durchsetzung der Ziele von Attac beitragen, dessen wissenschaftlichem Beirat er angehört.
Inhalt: Die Bedeutung eines lange vergessenen Vorschlags; Finanzspekulation und Reichtumsaneignung; Die Tobin-Steuer und ihre Gegner; Die Globalisierung der Finanzmärkte zementieren oder sie bekämpfen?
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.43 | 2.262
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: François Chesnais: Tobin or not Tobin. Konstanz: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15214-tobin-or-not-tobin_17290, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17290
Rezension drucken
M. A., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA