Skip to main content
/ 04.06.2013
Anna Kreikemeyer / Andrej V. Zagorskij

Rußlands Politik in bewaffneten Konflikten in der GUS. Zwischen Alleingang und kooperativem Engagement. Mit einem Vorwort von Hans-Georg Ehrhart

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1997 (Demokratie, Sicherheit, Frieden 110); 319 S.; brosch. 48,-- DM; ISBN 3-7890-4726-0
Ehrhart umreißt in seinem Vorwort die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation. Der Zustand der OSZE zeige, daß es bis zu einer kooperativen Konfliktbearbeitung im Rahmen einer internationalen Organisation, bei der sich die Nationalstaaten an der "Stärke des gemeinsamen Rechts" und nicht an "dem vermeintlichen Recht des Stärkeren" (9) orientieren, noch ein langer Weg sei. Kreikemeyer analysiert in ihrem Ende Juni 1996 abgeschlossenen Beitrag das Umfeld, die Interessen, die Mittel und die Handlungsfelder der russischen Außen- und Sicherheitspolitik gegenüber den Ländern der GUS. In Fallstudien zu den Konflikten um Nagornyj-Karabach in Aserbeidschan, Südossetien und Abchasien in Georgien, den Auseinandersetzungen zwischen Inguschetien und Nord-Ossetien sowie in Tschetschenien in der Russischen Föderation und zur Lage in der Dnjestr-Region in Moldavien charakterisiert und vergleicht die Autorin das jeweilige Verhalten der russischen Zentralregierung. Zagorskij geht in seinem Beitrag der Frage nach, auf welche Weise sich Rußland an einem europäischen System kollektiver Sicherheit beteiligen könnte. Entscheidende Einflußfaktoren des Verhaltens seien Rußlands Rolle bei der Konfliktbewältigung in der GUS und eine "realistischere Einschätzung eigener Möglichkeiten" (235): Rußland könne unter Umständen versuchen, "sich durch ein Zurückgreifen auf die Möglichkeiten internationaler Organisationen zu entlasten" (235). Der Autor kommt zu einem vorsichtig optimistischen Fazit bezüglich der Kooperation Rußlands mit den UN und der OSZE: Den beiden Organisationen sei die Balance zwischen der Zurückweisung der russischen Rolle als Konfliktlöser in der GUS und der Akzeptanz einer Ordnungsrolle Rußlands gelungen. Der Anhang umfaßt Karten der Konfliktgebiete und eine ausführliche Bibliographie. Inhalt: Hans-Georg Ehrhart: Vorwort (9-12); Anna Kreikemeyer: Rußlands Sicherheitspolitik in bewaffneten Konflikten in der GUS - sechs Fallstudien (15-232); Andrej V. Zagorskij: Rußlands Möglichkeiten und Grenzen in gesamteuropäischen Strukturen kooperativer Sicherheit (235-283).
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 4.222.624.41 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Anna Kreikemeyer / Andrej V. Zagorskij: Rußlands Politik in bewaffneten Konflikten in der GUS. Baden-Baden: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4277-russlands-politik-in-bewaffneten-konflikten-in-der-gus_6034, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 6034 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA