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/ 03.06.2013
Günther Bächler / Volker Böge / Stefan Klötzli / Stephan Libiszewski / Kurt R. Spillmann

Kriegsursache Umweltzerstörung. Ökologische Konflikte in der Dritten Welt und Wege ihrer friedlichen Bearbeitung. Band I

Chur/Zürich: Verlag Rüegger 1996; 401 S.; 64,50 DM; ISBN 3-7253-0556-0
Wird die internationale Politik in Zukunft zunehmend durch ökologische Konfliktlinien mitgeprägt und drohen gar "Ökologiekriege" (4)? Das von der Schweizerischen Friedensstiftung Bern und der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik und Konfliktanalyse an der ETH Zürich von 1992 bis 1995 durchgeführte "Environmental and Conflict Project (ENCOP)" hat sich dieser Problematik gewidmet. Während frühere Arbeiten der Friedens- und Konfliktforschung die Umweltthematik "im Sinne der ökologischen Folgen von kriegerischen Handlungen" (4) betrachteten, geht es hier um die Frage, inwieweit Umweltkrisen eine Ursache von bewaffneten Konflikten darstellen. Konfliktursache wird dabei verstanden als "spezifische Wechselwirkungen zwischen historisch-gesellschaftlichen Strukturen und politischen Ereignissen", wobei zu differenzieren ist zwischen Entstehungsgründen, "Mobilisierungselementen" und "äusseren Anlässe[n], die für den Umschlag eines Konfliktes in Krieg verantwortlich sind" (5). Auf der Grundlage von zahlreichen nach einem einheitlichen Analyseraster vorgenommenen Fallstudien über den Kausalzusammenhang von Umweltzerstörung und bewaffneten Konflikten faßt dieser Hauptband des dreibändigen Abschlußberichts die zentralen Ergebnisse zusammen und zeichnet abschließend Umrisse einer Welt-Umweltordnung. (Die beiden weiteren Bände dokumentieren die empirischen Fallstudien). Die Autoren halten es für wünschenswert, andere Konfliktursachensyndrome vergleichbaren Analysen zu unterziehen, um dann zu einer "Theorie grösserer Reichweite über die Ursachen von bewaffneten Konflikten am Ende des 20. Jahrhunderts" (20) zu gelangen. Inhaltsübersicht: 1. Umwelt als Gegenstand der Konfliktforschung; 2. Umweltzerstörung durch Über- und Unterentwicklung. Zur Politischen Geographie umweltverursachter Konflikte; 3. Akteure im Konflikt: ihre Handlungen und ihre Präferenzen; 4. Boden, ein Stoff aus dem Konflikte gemacht sind; 5. Internationale Konflikte um die Nutzung fliessender Gewässer; 6. Gewaltkonflikte im Zusammenhang mit Bergbau- und Staudammprojekten; 7. Politisch-geographische Konfliktanalyse einer Ökoregion: Das Beispiel Zentralasien; 8. Umweltzerstörung, eine Konfliktursache. Synthese; 9. Wie sich umweltverursachte Konflikte friedlich regeln lassen.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.414.45 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Günther Bächler / Volker Böge / Stefan Klötzli / Stephan Libiszewski / Kurt R. Spillmann: Kriegsursache Umweltzerstörung. Chur/Zürich: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2529-kriegsursache-umweltzerstoerung_3252, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 3252 Rezension drucken
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