/ 22.06.2013
Bastien Girod
Green Change. Strategien zur Glücksmaximierung
Oberhofen am Thunersee: Zytglogge 2010; 215, 14 S.; brosch., 19,50 €; ISBN 978-3-7296-0804-7Der Autor, ehemaliger Greenpeace-Aktivist und heute Mitglied im schweizerischen Nationalrat, widmet sich den Bedingungen für einen ökologischen Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft. Lange Zeit habe er seine politischen Anliegen lediglich auf das Konzept der Nachhaltigkeit gegründet, schreibt Girod. Die Beschäftigung mit der Literatur zur Glücksforschung habe ihn jedoch zu der Erkenntnis geführt, dass Glück durchaus näher beschrieben werden könne. Die traditionelle Ökonomie habe die Frage, was den Menschen glücklich mache, nicht zu beantworten vermocht, weshalb sie „stellvertretend das materielle Einkommen zum Indikator des Glücks erkor“ (50). Glück setze sich nun gemäß der Psychologie aus einer langfristig angelegten allgemeinen Zufriedenheit mit der eigenen Existenz und einem momentan empfunden Glück, das von den unmittelbaren Umständen abhängig ist, zusammen. Beide Aspekte, so der Autor, müssten in einem „Green Change“ maximiert werden. Dazu müssten u. a. Faktoren wie Einkommen, intakte Natur und Landschaft, Selbst- und Mitbestimmung oder auch die Arbeit als Quelle des Glücks berücksichtigt werden. Damit wendet er sich aber auch gegen „Tretmühlen des Glücks“ (82) – Menschen strebten nach Glück durch materielle Güter, gewöhnten sich aber daran und so werde das Streben zu einer Tretmühle. Die Politik verschärfe diesen Trend noch dadurch, dass sie Konsum fördere oder auch die Mobilität. Durch Letzteres würden soziale Beziehungen geschwächt und zerstört. Der Mensch, so Girod, verhalte sich gern auch kooperativ; diese Eigenschaft müsse man nutzen, um die Übernutzung öffentlicher Güter zu verhindern. Würde man zudem den Wohlstand stärker über das Wohlbefinden statt über den Konsum definieren, ließen sich Umweltprobleme leichter lösen. Die Politik müsse zukünftig Bedingungen fördern, die die persönliche Zufriedenheit steigern: Arbeit in Genossenschaften, Selbstständigkeit, autonome Wohnsiedlungen oder eine Reduzierung der Mobilität. Eine ökologische Wirtschaft sei so zu organisieren, dass „Umweltbelastungen und Ressourcenzerstörung gegen null tendieren“ (156).
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.261 | 2.2 | 2.22 | 2.5 | 4.45
Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Bastien Girod: Green Change. Oberhofen am Thunersee: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32545-green-change_38845, veröffentlicht am 30.08.2010.
Buch-Nr.: 38845
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Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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