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/ 18.06.2013

Macroshift

Ervin Laszlo

Macroshift. Die Herausforderung. Aus dem Englischen von Klaus Pemsel

Frankfurt a. M./Leipzig: Insel Verlag 2003; 327 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-458-17157-6
Wohl nicht ganz zufällig hat ein Science-Fiction-Autor das Vorwort zu dieser Zukunftsvision geschrieben. Besonders wissenschaftlich ist denn auch das gesamte Buch nicht geraten. Laszlo, Philosophieprofessor, Mitbegründer des Club of Rome und Begründer des Club of Budapest, vertritt die Auffassung, dass die Menschheit an der Schwelle eines weltweiten Wandels stehe, den er „Macroshift" nennt. Um die Zukunft positiv gestalten zu können, fordert Laszlo die Menschen auf, alte Anschauungen wie die Nat...
Ervin Laszlo

Macroshift. Die Herausforderung. Aus dem Englischen von Klaus Pemsel

Frankfurt a. M./Leipzig: Insel Verlag 2003; 327 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-458-17157-6
Wohl nicht ganz zufällig hat ein Science-Fiction-Autor das Vorwort zu dieser Zukunftsvision geschrieben. Besonders wissenschaftlich ist denn auch das gesamte Buch nicht geraten. Laszlo, Philosophieprofessor, Mitbegründer des Club of Rome und Begründer des Club of Budapest, vertritt die Auffassung, dass die Menschheit an der Schwelle eines weltweiten Wandels stehe, den er „Macroshift" nennt. Um die Zukunft positiv gestalten zu können, fordert Laszlo die Menschen auf, alte Anschauungen wie die Nationalstaatsidee, den blinden Glauben an den Kapitalismus oder auch den Fleischverzehr über Bord zu werfen und sich neue Werte anzueignen - umweltverträgliches Wirtschaften und mäßiger Konsum zählen für ihn dazu. Die Menschheit müsse sich auf der Grundlage einer „planetarischen Ethik" (129) neu finden. Die Weltgemeinschaft sei nicht mehr in Nationalstaaten zu gliedern, sondern müsse sich in miteinander vernetzten eigenständigen Gemeinschaften organisieren. Die Empfehlungen Laszlos haben insgesamt einen sehr allgemeinen Charakter, ebenso wie seine Bestandsaufnahme und Kritik an den jetzigen Zuständen. So fordert er zwar die Bewahrung kultureller Besonderheiten und warnt vor der weltweiten Übernahme des westlichen Gesellschaftsmodells. Menschenrechtsverletzungen oder fehlende Rechtsstaatlichkeit in den nichtwestlichen Staaten erwähnt er aber nicht. Besonders deutlich wird seine selektive Wahrnehmung und einseitige Kritik am Westen an seinem Lob für Indien: Das Land habe trotz des britischen Einflusses seine Kultur bewahrt. Meint Laszlo damit das diskriminierende Kastensystem? Oder die - oft auch gewalttätige - Unterdrückung der Frauen? Dazu findet sich leider keine Silbe. Laszlo beschäftigt sich lieber mit höheren Sphären und möchte seine „planetarische Ethik" um die „Spiritualität" (184) bereichert sehen, ohne Bezug zu einer bestimmten Religion.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.25.42 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Ervin Laszlo: Macroshift. Frankfurt a. M./Leipzig: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19283-macroshift_22396, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22396 Rezension drucken
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