/ 11.06.2013
Siegfried Pater (Bearb.)
Zum Beispiel Blut
Göttingen: Lamuv 2000; 143 S.; 2., akt. und erg. Aufl.; 8,18 €; ISBN 3-88977-561-6Deutschland hat den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Blutprodukten in der Welt. Blutkonserven aus aller Herren Länder werden täglich in bundesdeutschen Kliniken verbraucht. Wie diese Blutprodukte aber beschafft werden, ist eine höchst unappetitliche Geschichte, die der Autor in seinem kurzen, aber informativen Buch schildert. In journalistischer Manier erklärt er die Machenschaft von Unternehmen, die die Armut von Menschen in der Dritten Welt, aber auch in den ärmeren Gegenden der USA ausnutzen, um kommerzielle Ziele mit gespendetem Blut zu verfolgen. Die Leidtragenden sind dabei sowohl die bedauernswerten Menschen, deren einziger Broterwerb das Blutspenden ist, wie auch viele Bluter-Kranke in den westlichen Industrieländern, die auf diese Weise verseuchte Blutkonserven oder Blutersatzstoffe erhalten haben. In Deutschland ist der Skandal um die Koblenzer UB-Plasma noch in unguter Erinnerung. Politische Aspekte des Problems werden in diesem Buch erst im letzten Kapitel kurz angesprochen, und dort auch nur im Sinne einer Kritik an der Politik der Bundesregierung.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.44 | 4.45
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Siegfried Pater (Bearb.): Zum Beispiel Blut Göttingen: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10686-zum-beispiel-blut_12636, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12636
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M. A., Politikwissenschaftler.
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