Skip to main content
/ 19.06.2013
Loretta Napoleoni

Die Ökonomie des Terrors. Auf der Spur der Dollars hinter dem Terrorismus. Aus dem Englischen von Sonja Schuhmacher, Gabriele Gockel und Bernhard Jendricke, Kollektiv Druck-Reif

München: Verlag Antje Kunstmann 2004; 445 S.; geb., 24,90 €; ISBN 3-88897-354-6
Napoleoni stellt Terrororganisationen als zum Teil nach ökonomischen Gesichtspunkten organisierte Einheiten dar, die ebenso nach dem Prinzip der Eigennutzmaximierung agieren wie die klassischen Wirtschaftssubjekte. Sie beschreibt die Entwicklung des Terrors seit der Zeit des Kalten Krieges bis zu den heutigen, kriminell finanzierten dezentralen Terrororganisationen. Bewaffnete Gruppen seien sowohl von der Sowjetunion als auch von den USA unterstützt worden. Aber auch die Ölexportierenden arabischen Staaten verfügten nach dem ersten Ölpreisschock über zunehmende Exporteinnahmen, welche zum Teil in die Finanzierung von bewaffneten Gruppen flossen. Als Beispiel nennt Napoleoni hier den libyschen Machthaber Gaddafi. In den Achtzigerjahren folgte die „Geburt des Drogenterrorismus" (85), der sich vor allem in Mittel- und Südamerika entwickelte und zur Bildung von Organisationen wie der kolumbianischen Revolutionsbewegung FARC führte. Drogenbarone und Revolutionäre bildeten ein in sich funktionierendes Wirtschaftssystem. Die Autorin kommt mit Blick auf die neunziger Jahre zu der These: Die „Neue Ökonomie des Terrors ist im Grunde ein Produkt der Globalisierung" (12) und weltweit zum „integralen Bestandteil der illegalen Wirtschaft" (18) geworden.
Peter Rötzel (PR)
Student, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg und FernUniversität Hagen.
Rubrizierung: 2.254.45 Empfohlene Zitierweise: Peter Rötzel, Rezension zu: Loretta Napoleoni: Die Ökonomie des Terrors. München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20844-die-oekonomie-des-terrors_24308, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24308 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA