/ 20.06.2013
Andrea Riccardi
Der Präventivfriede. Hoffnungen und Gedanken in einer unruhigen Welt
Würzburg: echter 2005; 219 S.; geb., 14,80 €; ISBN 3-429-02701-2Wie ist es für Christen möglich, den Frieden zu leben? Der römische Zeitgeschichtler Riccardi erarbeitet seine Antwort weniger aus wissenschaftlicher Perspektive, sondern aus christlicher. Er bezieht sich dabei wiederholt auf die Arbeit der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio, deren Gründer er ist. Als Gegenstück zu seiner Argumentation dienen ihm Samuel Huntingtons Thesen vom Kampf der Kulturen. Riccardi spricht eine Reihe von kriegerischen Konflikten an sowie Armut und AIDS als weitere Ursachen für Not und Unfrieden. Ein thematischer Schwerpunkt ist das Ende des Bürgerkriegs in Mosambik. Insgesamt ist sein mit zahlreichen Bibelzitaten gespickter Text eher eine Predigt, die über eine oberflächliche Betrachtung der Konflikte nicht hinausreicht und keine tiefere Ursachenforschung bietet. Riccardi verharrt in einer ausschließlich eurozentrierten Sicht, für ihn sind Christen Menschen des Friedens, Kreuzzüge oder missionarischer Übereifer scheinen nie stattgefunden zu haben. Seine Aufforderungen an die Christen nach Förderung des Friedens erschöpfen sich in allgemeinen Floskeln, konkrete politische Schlüsse oder auch nur Kritik z. B. an dem die armen Länder schädigenden Konsumverhalten in der westlichen Welt sucht man vergeblich.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.23 | 4.41
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Andrea Riccardi: Der Präventivfriede. Würzburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24161-der-praeventivfriede_27832, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27832
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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