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/ 22.06.2013

Kooperation internationaler Gerichte

Michael Nunner

Kooperation internationaler Gerichte. Lösung zwischengerichtlicher Konflikte durch herrschaftsfreien Diskurs

Tübingen: Mohr Siebeck 2010 (Jus Internationale et Europaeum 36); XXXII, 483 S.; brosch., 89,- €; ISBN 978-3-16-150159-3
Rechtswiss. Diss. Regensburg; Gutachter: R. Uerpmann-Wittzack, M. Sebaldt . – Die Internationalisierung des Rechts verwirklicht sich zu großen Teilen als grenzüberschreitende justizielle Koordination und Kooperation. Gerade die Spannungsverhältnisse zwischen der nationalen (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit und supranationalen Gerichten haben in den letzten Jahren verstärkte wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Nunner widmet sich demgegenüber der bislang jedenfalls aus juristischer Perspe...
Michael Nunner

Kooperation internationaler Gerichte. Lösung zwischengerichtlicher Konflikte durch herrschaftsfreien Diskurs

Tübingen: Mohr Siebeck 2010 (Jus Internationale et Europaeum 36); XXXII, 483 S.; brosch., 89,- €; ISBN 978-3-16-150159-3
Rechtswiss. Diss. Regensburg; Gutachter: R. Uerpmann-Wittzack, M. Sebaldt . – Die Internationalisierung des Rechts verwirklicht sich zu großen Teilen als grenzüberschreitende justizielle Koordination und Kooperation. Gerade die Spannungsverhältnisse zwischen der nationalen (Verfassungs-)Gerichtsbarkeit und supranationalen Gerichten haben in den letzten Jahren verstärkte wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren. Nunner widmet sich demgegenüber der bislang jedenfalls aus juristischer Perspektive deutlich weniger beachteten Kooperation zwischen (insgesamt sieben) internationalen Streitbeilegungsinstitutionen. Gerade die zunehmende Anzahl entsprechender auf rechtsförmliche Streitbeilegung ausgerichteter Organisationen droht der Harmonisierung des internationalen Rechts zuwiderzulaufen. Abhilfe schaffen hier indes informelle Kooperationsleistungen zwischen den verschiedenen Gerichtsbarkeiten. Man mag darüber streiten, ob das so entstandene Jurisdiktionsnetzwerk mit dem Habermas’schen Terminus des herrschaftsfreien Diskurses optimal beschrieben ist. Schließlich beschreibt dieser ja gerade keine realen Kooperationsbeziehungen. Gleichwohl gelingt dem Autor auf der Basis eines immensen Fallmaterials eine beeindruckende und überzeugende Analyse sowohl des tatsächlichen Zusammenwirkens wie der dahinterstehenden Interessenlagen. Die Arbeit stellt damit nicht nur für sich gesehen eine hervorragende wissenschaftliche Leistung dar, sondern eröffnet zugleich das Blickfeld für weitere Forschung.
Steffen Augsberg (AU)
Prof. Dr., Professur Öffentliches Recht, Justus-Liebig-Universität Gießen.
Rubrizierung: 4.14.3 Empfohlene Zitierweise: Steffen Augsberg, Rezension zu: Michael Nunner: Kooperation internationaler Gerichte. Tübingen: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31924-kooperation-internationaler-gerichte_38071, veröffentlicht am 24.08.2010. Buch-Nr.: 38071 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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