/ 11.06.2013
Gerechtigkeit im Konfliktmanagement und in der Mediation
Anne Dieter / Leo Montada / Annedore Schulze (Hrsg.)
Gerechtigkeit im Konfliktmanagement und in der Mediation
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2000; 241 S.; kart., 24,54 €; ISBN 3-593-36483-2Das im Rahmen eines Symposiums des Zentrums für Gerechtigkeitsforschung an der Universität Potsdam entstandene Buch blickt auf das Verfahren der Mediation. Im Gegensatz zum Rechtsstreit, wo der Konflikt ausschließlich auf sachlicher Ebene ausgetragen wird, sind hier Emotionen und subjektive Komponenten durchaus im Blickfeld der Betrachtung und auch der Bearbeitung. Das Buch enthält somit Beiträge aus juristischer, soziologischer, psychologischer und kulturvergleichender Sicht. Es ist dennoch auc...
Anne Dieter / Leo Montada / Annedore Schulze (Hrsg.)
Gerechtigkeit im Konfliktmanagement und in der Mediation
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2000; 241 S.; kart., 24,54 €; ISBN 3-593-36483-2Das im Rahmen eines Symposiums des Zentrums für Gerechtigkeitsforschung an der Universität Potsdam entstandene Buch blickt auf das Verfahren der Mediation. Im Gegensatz zum Rechtsstreit, wo der Konflikt ausschließlich auf sachlicher Ebene ausgetragen wird, sind hier Emotionen und subjektive Komponenten durchaus im Blickfeld der Betrachtung und auch der Bearbeitung. Das Buch enthält somit Beiträge aus juristischer, soziologischer, psychologischer und kulturvergleichender Sicht. Es ist dennoch auch für Politikwissenschaftler interessant, weil es die Bearbeitung sozialer Konflikte in etwas andere Zusammenhänge bringt. So werden klassische politikwissenschaftliche Themen wie Verteilungsgerechtigkeit analysiert und um neue Kriterien ergänzt. Neben den Kriterien werden auch die Konditionen von Gerechtigkeit erörtert: Gleiche Macht und gleiche Freiheit der Parteien sind die Voraussetzung für die Gerechtigkeit der Vertragsschließung. Wenn aber die Macht ungleich verteilt ist, dann ist dies eine Rechtfertigung für das Eingreifen des Staates; dies geschieht beispielsweise im Kartellrecht, Arbeits- oder auch Mietrecht. Mediationsgerechtigkeit wird dementsprechend Kriterien und Konditionen formulieren, die nicht statisch, sondern dynamisch angewandt werden müssen. Sie wird als dynamische Gerechtigkeit gesehen, das heißt, die Interessen aller Beteiligten werden transparent gemacht, sie können sich ändern und der interessengerechte Konsens ist das gewünschte Ergebnis der Mediation.
Inhalt: Gisela Mähler / Hans-Georg Mähler: Kriterien für Gerechtigkeit in der Mediation (9-36); Leo Montada: Gerechtigkeit und Rechtsgefühl in der Mediation (37-62); Günter Bierbrauer: Legitimität und Verfahrensgerechtigkeit in ethnopluralen Gesellschaften (63-80); Angela Mickley: Mediation in der Schule: Das Schaffen von Gerechtigkeitsinseln (81-92); Heinz Messmer: Täter - Opfer - Mediation (93-118); Gisela Müller-Fohrbrodt: Konfliktorientierte Moderation in inhaltsorientierten Gruppen (119-133); Peter Kaiser: Hintergründe, Vorbeugung und Entschärfung von Konflikten in Organisationen des Sozial- und Gesundheitswesens (134-180); Annedore Schulze: Gerechtigkeitsmediation bei Konflikten in Gruppen aus der naturwissenschaftlich technischen Forschung (181-196); Karsten-Michael Ortloff: Mediation im Verwaltungsrecht (197-205); Horst Zilleßen / Thomas Barbian: Ökologie und Politik - Möglichkeiten der Berücksichtigung ökologischer Erfordernisse in umweltpolitischen Entscheidungsverfahren (206-229); Hans-Joachim Fietkau: Verlusteskalationen in einem mediationsähnlichen Entscheidungsspiel (230-241).
Bernhard Stelzl (BHS)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.22 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Bernhard Stelzl, Rezension zu: Anne Dieter / Leo Montada / Annedore Schulze (Hrsg.): Gerechtigkeit im Konfliktmanagement und in der Mediation Frankfurt a. M./New York: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11944-gerechtigkeit-im-konfliktmanagement-und-in-der-mediation_14247, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 14247
Rezension drucken
Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA