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/ 21.06.2013
Daniel Henzgen

Die Rechenschaftslegung politischer Parteien. Zwischen Eigennutz und Pfadabhängigkeit

Online-Publikation 2008 (http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-9518/Dissertation%20Daniel%20Henzgen.pdf); 251 S.
Phil. Diss. Düsseldorf; Gutachter: U. von Alemann, M. Morlok. – Der Autor behandelt die Rechenschaftslegung politischer Parteien – ein Themenfeld, das für ihn politikwissenschaftliche, juristische und betriebwirtschaftliche Relevanz hat und das er deshalb interdisziplinär untersucht. Fragen der inneren Organisation und der Finanzen einer Partei lassen seiner Ansicht nach Rückschlüsse auf ihre Kampagenfähigkeit und Verwurzelung in der Gesellschaft zu und sind damit politisch relevant. Aus juristischer Perspektive erfährt das Transparenzgebot des Grundgesetzes in der Rechenschaftspflicht seine praktische Umsetzung. Die betriebswirtschaftliche Bedeutung ist durch den aus dem Transparenzgebot resultierendem Zwang zur Offenlegung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Parteien gegeben. Durch die problemadäquate Verbindung dieser drei Perspektiven möchte Henzgen das grundlegende Transparenzpotenzial externer Rechnungslegung verdeutlichen, die Entwicklungszusammenhänge der Rechenschaftslegung politischer Parteien herausarbeiten sowie Veränderungen in der Praxis bewerten. Eingebettet wird seine Untersuchung in einen Theorievergleich zwischen Rational Choice und Pfadabhängigkeit: „Die Auswahl folgt der Fragestellung, ob das politische System sich in Fragen der Rechenschaftslegung der politischen Parteien nur an eigenen Zielen orientiert und orientieren kann oder ob nicht die große Erfahrung und Kompetenz im Unternehmensbereich in dieser Frage die Entwicklung maßgeblich beeinflusst hat“ (13). Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Bilanzen oder Rechenschaftsberichte immer nur perspektivische Einblicke in die jeweiligen Institutionen ermöglichen. Eine Abbildung aller Vorgänge sei nie möglich und das Transparenzpotential externer Rechnungslegung damit eingeschränkt. Er resümiert, dass der Glaube an eine umfassende Transparenz in diesem Bereich verfehlt sei. Es handele sich dabei um einen Anspruch, der nicht erfüllt werden könne. Gleichwohl lohne es sich aber, ihn anzustreben.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.331 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Daniel Henzgen: Die Rechenschaftslegung politischer Parteien. 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30385-die-rechenschaftslegung-politischer-parteien_36071, veröffentlicht am 03.03.2009. Buch-Nr.: 36071 Rezension drucken
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