/ 20.06.2013
George Ritzer
Die Globalisierung des Nichts. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Silvia Arnold
Konstanz: UVK Universitätsverlag 2005; 372 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-89669-536-3Unter dem Nichts versteht der Soziologe soziale Formen, die frei von jedem Inhalt sind. Globalisierung bedeutet daher die Beseitigung dessen, was Ritzer als „Etwas“ definiert: das Einzigartige, lokal und zeitlich Gebundene. Vor allem am Beispiel des Konsums beschreibt der Soziologe, dass Globalisierung eine zunehmende Verbreitung von Formen sei, die ohne inhaltliche Charakteristika, somit austauschbar und leer sind. Obwohl Ritzer auch die Effizienz dieses Prozesses betont, konzentriert er sich mehrheitlich auf die Darstellung der negativen Seiten. Hierzu setzt er sich mit dem von Robert Robertson geprägten der Glokalisierung auseinander, der Durchdringung von Globalem und Lokalem. Ritzer bestreitet, dass der Prozess der Globalisierung zunehmend heterogene Orte auf transnationaler Ebene hervorbringt. Stattdessen hebt er die imperialistische Durchsetzung von Unternehmen und Nationen hervor, deren Ziel es ist, sich auszudehnen und zu wachsen. Diesen Prozess nennt er Grobalisierung (von „to grow“), der letztlich jegliche Lokalität zerstört. Die Verteidigung des Etwas, also die „Unterstützung für die Orte, Dinge, Personen und Dienste, die von einer Aura der Dauerhaftigkeit umgeben sind“ (293), müsse daher das Ziel der Kritiker der Globalisierung sein. Womit eine solche Aura sich aber begründen lässt, beantwortet der Autor nicht.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 2.2
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: George Ritzer: Die Globalisierung des Nichts. Konstanz: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24667-die-globalisierung-des-nichts_28494, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28494
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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