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/ 22.06.2013

Die Grünen

Ludger Volmer

Die Grünen. Von der Protestbewegung zur etablierten Partei – Eine Bilanz

München: C. Bertelsmann 2009; 480 S.; 24,95 €; ISBN 978-3-570-10040-0
Wenn jemand, der von der Gründung der Grünen bis zu ihrer Regierungszeit im Bund ununterbrochen Verantwortung für die Partei getragen hat, eine Geschichte der Grünen vorlegt, so sind damit zahlreiche Erwartungen verbunden. Dies gilt erst recht für den ehemaligen Parteivorsitzenden und Staatssekretär Ludger Volmer, der sich im Rahmen seiner Doktorarbeit auch wissenschaftlich mit der Politik der Grünen beschäftigt hat. Doch Volmer stellt im Vorwort klar, dass er sich hat überreden lassen, dieses B...
Ludger Volmer

Die Grünen. Von der Protestbewegung zur etablierten Partei – Eine Bilanz

München: C. Bertelsmann 2009; 480 S.; 24,95 €; ISBN 978-3-570-10040-0
Wenn jemand, der von der Gründung der Grünen bis zu ihrer Regierungszeit im Bund ununterbrochen Verantwortung für die Partei getragen hat, eine Geschichte der Grünen vorlegt, so sind damit zahlreiche Erwartungen verbunden. Dies gilt erst recht für den ehemaligen Parteivorsitzenden und Staatssekretär Ludger Volmer, der sich im Rahmen seiner Doktorarbeit auch wissenschaftlich mit der Politik der Grünen beschäftigt hat. Doch Volmer stellt im Vorwort klar, dass er sich hat überreden lassen, dieses Buch zum 30-jährigen Bestehen der Grünen zu schreiben. Zu diesem Zeitpunkt sei er vielmehr dabei gewesen, „die Grünen innerlich hinter [sich] zu lassen“ (11). Sein Werk beschreibt Volmer als „eine subjektive Chronik“: „kein wissenschaftliches Buch“, aber „sozialwissenschaftlich reflektiert“, „keine Autobiographie“, aber „durchwirkt von eigenen Erlebnissen und Bewertungen“ (11). Diese Kombination, die Volmer im Hinblick auf die kurze Entstehungszeit des Buches auch selbst infrage stellt, erweist sich als schwierig: Der subjektive Teil der Darstellung Volmers besteht zu weiten Teilen aus einer Selbstbestätigung seiner eigenen – oftmals im Widerspruch zu Joschka Fischer stehenden – Positionen und Handlungen. In chronistischer Hinsicht werden im Buch geradezu protokollarisch die Ergebnisse der Bundesdelegiertenkonferenzen geschildert. Wie ein roter Faden durchzieht die Darstellung die Entwicklung der verschiedenen innerparteilichen Strömungen, die Volmer soziologisch interessant darzustellen vermag. Er stellt sich vor dem Hintergrund seiner eigenen Biografie als Vertreter einer undogmatischen Linken zwischen Realos und Fundis dar. Ohne falsche Bescheidenheit bringt er dabei zum Ausdruck, dass die Partei seiner Auffassung nach ihre fortdauernde Existenz seiner vermittelnden Haltung verdankt. In seiner Bilanz stellt Volmer in Bezug auf die heutige Situation die Existenz dreier linker Parteien in Deutschland infrage und eine Fusion der Parteien zur Debatte.
Matthias Belafi (BEL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.3312.3132.315 Empfohlene Zitierweise: Matthias Belafi, Rezension zu: Ludger Volmer: Die Grünen. München: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31965-die-gruenen_38119, veröffentlicht am 03.11.2010. Buch-Nr.: 38119 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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