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/ 21.06.2013

Die 68er Jahre und die Frankfurter Schule

Walter Rüegg

Die 68er Jahre und die Frankfurter Schule. Vortrag, gehalten im Rahmen der Margot-und-Friedrich-Becke-Stiftung am 31. Mai 2008 in Heidelberg

Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2008 (Schriften der Margot-und-Friedrich-Becke-Stiftung zu Heidelberg 9); 31 S.; 8,- €; ISBN 978-3-8253-5552-4
Diese Rede ist vor allem eine ziemlich deftige Lästerei über einen machiavellistischen Max Horkheimer und über einen Theodor Adorno, der sich über die demonstrierenden Studenten 1968 erst einmal wunderte: „Ich habe ein theoretisches Denkmodell aufgestellt. Wie konnte ich wissen, dass die Leute es mit Molotow-Cocktails realisieren wollten!“ (14) Der Schweizer Soziologe Rüegg hatte schon 1950 Bekanntschaft mit Adorno gemacht und diesen als „Knecht“ (5) Horkheimers erlebt, s...
Walter Rüegg

Die 68er Jahre und die Frankfurter Schule. Vortrag, gehalten im Rahmen der Margot-und-Friedrich-Becke-Stiftung am 31. Mai 2008 in Heidelberg

Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2008 (Schriften der Margot-und-Friedrich-Becke-Stiftung zu Heidelberg 9); 31 S.; 8,- €; ISBN 978-3-8253-5552-4
Diese Rede ist vor allem eine ziemlich deftige Lästerei über einen machiavellistischen Max Horkheimer und über einen Theodor Adorno, der sich über die demonstrierenden Studenten 1968 erst einmal wunderte: „Ich habe ein theoretisches Denkmodell aufgestellt. Wie konnte ich wissen, dass die Leute es mit Molotow-Cocktails realisieren wollten!“ (14) Der Schweizer Soziologe Rüegg hatte schon 1950 Bekanntschaft mit Adorno gemacht und diesen als „Knecht“ (5) Horkheimers erlebt, später wurden sie dann Kollegen – Rüegg lehrte von 1961 bis 1973 in Frankfurt/Main Soziologie und hatte so ausreichend Gelegenheit zu betrachten, wie Horkheimer erst dem Institut für Sozialforschung eine Alleinstellung verschaffte und wie dieses dann von den eigenen Studenten bestreikt wurde. Rüegg schüttelt dabei im Rückblick weniger über die Studenten als über seine Kollegen den Kopf, deren Philosophie ihm wenig praxistauglich erschien. Überhaupt aber habe er sich schon immer darüber gewundert, dass ausgerechnet die Studie „Der autoritäre Charakter“ „von zwei der autoritärsten Personen verantwortet worden war, die ich in meinem Leben kennengelernt hatte“ (17). Dieser kurze Einblick, der in die Interna der berühmten Frankfurter Schule geboten wird, ist zwar kurzweilig – aber doch so einseitig, dass man versucht ist, Rüegg nach seinen Motiven zu fragen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.313 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Walter Rüegg: Die 68er Jahre und die Frankfurter Schule. Heidelberg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30861-die-68er-jahre-und-die-frankfurter-schule_36677, veröffentlicht am 23.09.2009. Buch-Nr.: 36677 Rezension drucken
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