/ 18.06.2013
Andrea Gawrich
Minderheiten im Transformations- und Konsolidierungsprozess Polens. Verbände und politische Institutionen
Opladen: Leske + Budrich 2003 (Politikwissenschaftliche Paperbacks 35); 413 S.; pb., 39,90 €; ISBN 3-8100-3775-3Diss. phil. Bochum; Gutachter: W. Bleek; U. Widmeier. - Die Autorin geht davon aus, dass der Umgang mit ethnischen Minderheiten und Gruppen einen besonderen Teilbereich des politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozesses in Mittel- und Osteuropa darstellt. Mit zwei bis drei Prozent machen Minderheiten keinen nennenswerten Anteil an der polnischen Gesamtbevölkerung aus. Polen kann, im Gegensatz zu vielen anderen Staaten der Region, als ethnisch weitgehend homogener Staat gelten. Daher ist für die Untersuchung auch weniger ein Erkenntnisgewinn im Hinblick auf Konfliktregulierung als vielmehr auf den Stand der Demokratisierung des Landes selbst zu erwarten. Auf der Grundlage einer Verbändeanalyse der litauischen, weißrussischen, ukrainischen und slowakischen Minoritäten kommt die Autorin dabei u. a. zu dem Ergebnis, dass sich zwar ein gemäßigt pluralistisches Verbändesystem seit dem Ende der kommunistischen Herrschaft herausgebildet hat, ohne jedoch selbst zu einem bedeutsamen politischen Faktor geworden zu sein.
Stefan Gänzle (GÄ)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.62 | 2.2 | 2.22 | 2.23 | 4.42 | 2.263
Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Andrea Gawrich: Minderheiten im Transformations- und Konsolidierungsprozess Polens. Opladen: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18614-minderheiten-im-transformations--und-konsolidierungsprozess-polens_21582, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21582
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