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/ 18.06.2013

Die soziale Konstituierung des Anderen

Stephan Moebius

Die soziale Konstituierung des Anderen. Grundrisse einer poststrukturalistischen Sozialwissenschaft nach Lévinas und Derrida

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2003 (Campus Forschung 834); 412 S.; kart., 45,- €; ISBN 3-593-37268-1
Ausgehend von Lévinas' Grundgedanken, dass jede Identitätsbehauptung die Konstituierung eines nicht-identischen und zu integrierenden Anderen impliziert, verfolgt die ihrem hohen Anspruch mehr als gerecht werdende Dissertation zunächst Derridas philosophisches Anliegen, dieses Herrschaftsverhältnis zu dekonstruieren. Moebius sieht hier die normativen und keineswegs unpolitischen Implikationen einer zu entwickelnden poststrukturalistischen Sozialwissenschaft, deren Ansätze er vor allem in der Heg...
Stephan Moebius

Die soziale Konstituierung des Anderen. Grundrisse einer poststrukturalistischen Sozialwissenschaft nach Lévinas und Derrida

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2003 (Campus Forschung 834); 412 S.; kart., 45,- €; ISBN 3-593-37268-1
Ausgehend von Lévinas' Grundgedanken, dass jede Identitätsbehauptung die Konstituierung eines nicht-identischen und zu integrierenden Anderen impliziert, verfolgt die ihrem hohen Anspruch mehr als gerecht werdende Dissertation zunächst Derridas philosophisches Anliegen, dieses Herrschaftsverhältnis zu dekonstruieren. Moebius sieht hier die normativen und keineswegs unpolitischen Implikationen einer zu entwickelnden poststrukturalistischen Sozialwissenschaft, deren Ansätze er vor allem in der Hegemonietheorie von Laclau und Mouffe sowie Butlers Queer-Theory erblickt und die Teil einer kritischen Gesellschaftswissenschaft (Marx, Horkheimer, Foucault, Bourdieu) sein soll. Poststrukturalistische Sozialtheorien, die eine Infragestellung diskursiver Grenzen anstreben, können jedoch keinen allgemeinen Erklärungsanspruch entwickeln und erhalten unausweichlich einen supplementären Charakter. Ob diese Offenheit nur als theoretische Chance innerhalb einer Kritik der kapitalistischen Metaerzählung verstanden werden kann, bleibt jedoch ungeklärt. Insofern ist die von Moebius gestellte Frage, „Warum nicht [...] Ideologiekritik und Dekonstruktion als zwei sich supplementierende Praktiken auffassen?" (390), keineswegs von ausschließlich rhetorischer Art. Inhaltsübersicht: I. Die Ethik des Emmanuel Lévinas; II. Unbedingter Ruf und unbedingte Bejahung - Lévinas und Derrida; III. Hegemoniale Radikalisierungen; IV. Den Anrufungsstrukturen widerstehen; V. Von anderen Ufern - Queer und différance.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.425.44 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Stephan Moebius: Die soziale Konstituierung des Anderen. Frankfurt a. M./New York: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19309-die-soziale-konstituierung-des-anderen_22432, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22432 Rezension drucken
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