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/ 12.06.2013
Werner Hennings

Entwicklungsforschung. Eine Bestandsaufnahme am Beispiel Samoas

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2009 (Campus Forschung 939); 277 S.; kart., 34,90 €; ISBN 978-3-593-38877-9
Der Autor arbeitet fünf Jahrzehnte Entwicklungsforschung und -theorie auf. Hierfür wählt er die fünf etablierten Ansätze der Modernisierung, der Dependenz, der Verflechtung und Subsistenzorientierung, der Nachhaltigkeit sowie der Globalisierung und untersucht diese am empirischen Beispiel der Insel Samoa. Diese entspreche unter soziologischen Aspekten den Versuchsbedingungen in einem Labor: „übersichtlich und transparent im Geflecht von lokalen, nationalen und internationalen Beziehungen und Netzwerken“ (9). Darüber hinaus habe Samoa den Vorteil, dass es als räumlich begrenztes Untersuchungsgebiet nicht nur die aus Top-Down-Sicht notwendigen Makrodaten, sondern auch die für die Bottom-Up-Perspektive erforderlichen Mikrodaten liefere. Letztere nutzt der Autor für eine einführende Regionalanalyse zum Naturraum Samoas und der Pazifischen Inseln, der Geschichte sowie der Bevölkerungs- und Gesellschaftsstrukturen. Ausgehend von seinen Untersuchungen in Samoa bilanziert Hennings, dass anhand der Monetarisierung und gesellschaftlichen Modernisierung in Samoa zwar grenzüberschreitende Transformationsprozesse erfolgten, darüber hinausgehende typische Globalisierungsmerkmale aber nur sehr eingeschränkt zu beobachten seien. Diesen Umstand führt der Autor auf die somaische Tradition und Kultur sowie auf über Generationen hinweg vermittelte Verhaltenskodexe zurück, welche den Menschen ein Leben in Würde ermöglichten. In diesem Kontext bewertet Hennings den Modernisierungsansatz als gescheitert, während die Dependenztheorie zwar an Bedeutung verlöre, aber immer noch eine gewisse Gültigkeit besäße. Aufgrund seiner empirischen Erhebungen bestätigt er die Relevanz des Verflechtungsansatzes, der Subsistenzorientierung sowie der Nachhaltigkeit. Insbesondere den Nachhaltigkeitsansatz bewertet er als bisher unterschätzt. Darüber hinaus bestätigen einige Variablen, etwa zum transnationalen Konzern Yazaki EDS, die Globalisierungstheorie.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.442.662.2 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Werner Hennings: Entwicklungsforschung. Frankfurt a. M./New York: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14434-entwicklungsforschung_36431, veröffentlicht am 16.07.2009. Buch-Nr.: 36431 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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