/ 17.06.2013
Georg Zimmermann
Staatliches Abhören
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2001 (Bielefelder Rechtsstudien 11); XXXII, 327 S.; brosch., 50,10 €; ISBN 3-631-38032-1Rechtswiss. Diss. Bielefeld. - Die zeitweilig hitzige Diskussion um den so genannten "großen Lauschangriff" ist inzwischen weitgehend abgeflaut. Dennoch sind die damit verbundenen Fragestellungen von unverminderter Aktualität. Die Arbeit zeichnet aus vorwiegend juristischer Perspektive die Entwicklung der das geheime Abhören von Gesprächen betreffenden Rechtslage seit der Gründung der Bundesrepublik nach. Dabei wird deutlich, dass sich die in den Anfängen durch die Erfahrungen des Nationalsozialismus geprägte deutliche Zurückhaltung in diesem Bereich inzwischen aufgelöst hat. Stattdessen ist eine stetige - und nicht selten durch spektakuläre tagespolitische Ereignisse bestimmte - Ausweitung der Eingriffstatbestände sowie eine zunehmende Konkurrenz verschiedener Überwachungsbehörden festzustellen, wobei, so der Autor abschließend, eine Evaluation der Wirksamkeit der Maßnahmen dringend erforderlich ist. Bis zur Wiedervereinigung bezieht sich die Arbeit ausschließlich auf die Rechtslage in der Bundesrepublik.
Inhaltsübersicht: 1. Entwicklung von der Gründung der Bundesrepublik bis zu den Notstandsgesetzen; 2. Die Notstandsgesetzgebung; 3. Entwicklung in den 70er und 80er Jahren; 4. Entwicklung in den 90er Jahren.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.343 | 2.324
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Georg Zimmermann: Staatliches Abhören Frankfurt a. M. u. a.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16504-staatliches-abhoeren_18949, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18949
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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