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/ 18.06.2013
Gerald Echterhoff / Martin Saar (Hrsg.)

Kontexte und Kulturen des Erinnerns. Maurice Halbwachs und das Paradigma des kollektiven Gedächtnisses. Mit einem Geleitwort von Jan Assmann

Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2002; 289 S.; brosch., 29,- €; ISBN 3-89669-814-1
Der Band versammelt aus der Sicht verschiedener Disziplinen Beiträge über das Phänomen des kollektiven bzw. kulturellen Gedächtnisses, das ursprünglich in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde und seit etwa anderthalb Jahrzehnten eine bemerkenswerte Renaissance erfahren hat - wenn auch weitestgehend außerhalb der Politikwissenschaft. Der Soziologe Halbwachs darf wohl als der Begründer dieser Tradition gelten - und Assmann, der aus kulturhistorischer Perspektive selbst umfassend zum Thema gearbeitet hat, attestiert dem Band in seinem Geleitwort, sich intensiv mit dessen Ideen auseinandergesetzt zu haben. Dadurch hebe er sich wohltuend von der Mehrzahl der jüngeren Veröffentlichungen ab, die Halbwachs als einen entscheidenden forschungsgeschichtlichen Referenzpunkt zumeist nur ehrfürchtig nennen. Inhalt: Gerald Echterhoff / Martin Saar: Einleitung: Das Paradigma des kollektiven Gedächtnisses. Maurice Halbwachs und die Folgen (13-35); William Hirst / David Manier: The Diverse Forms of Collective Memory (37-58); Carl F. Graumann: Phänomenologische Gedanken zur psychologischen Gedächtnisforschung (59-73); Gerald Echterhoff / William Hirst: Remembering in a Social Context. A Conversational View of the Study of Memory (75-101); Gesine Grossmann: "Das bedeutet, daß wir in Wirklichkeit niemals allein sind." Anmerkungen zur Bedeutung des inneren Gesprächspartners in den gedächtnistheoretischen Überlegungen von Maurice Halbwachs (103-121); Thomas Khurana: Gedächtnis als Korrelat sinnhafter Prozesse. Einige Umdispositionen in einer Theorie des Gedächtnisses (123-140); Peter Carrier: Pierre Noras Les Lieux de mémoire als Diagnose und Symptom des zeitgenössischen Erinnerungskultes (141-162); Sabine Schindler: Living history und die Konstruktion von Vergangenheit in amerikanischen historic sites (163-179); Axel Doßmann: Vereint in der Differenz. Zur Ausstellung "Leben - Terror - Geist. KZ Buchenwald: Porträts von Künstlern und Intellektuellen" (181-200); Nina Leonhard: Öffentliche versus familiale Geschichtserinnerung? Beobachtungen zur individuellen Deutung des Nationalsozialismus bei drei Generationen (203-223); Nicolas Berg: Perspektivität, Erinnerung und Emotion. Anmerkungen zum "Gefühlsgedächtnis" in Holocaustdiskursen (225-251); Astrid Erll: "Mit Dickens spazieren gehen". Kollektives Gedächtnis und Fiktion (253-265); Martin Saar: Wem gehört das kollektive Gedächtnis? Ein sozialphilosophischer Ausblick auf Kultur, Multikulturalismus und Erinnerung (267-278).
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 2.232.355.42 Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Gerald Echterhoff / Martin Saar (Hrsg.): Kontexte und Kulturen des Erinnerns. Konstanz: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17790-kontexte-und-kulturen-des-erinnerns_20515, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20515 Rezension drucken
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