Der Europäische Gerichtshof hat ein Urteil gefällt, das sich selbst zu einer Werteaufsicht über die Mitgliedstaaten ermächtigt und die Macht in der EU zugunsten der Justiz verschiebt. Martin Höpner, Leiter der Forschungsgruppe Politische Ökonomie der europäischen Integration am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, erklärt im Interview die Hintergründe der „Artikel-2-Revolution". Ein Gespräch über Gefahren der Verrechtlichung, die Lebenslüge „europäische Wertegemeinschaft“ und die Frage, ob die EU etwas anderes als wirtschaftsliberal sein kann.