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/ 04.06.2013
Markus Promberger / Jörg Rosdücher / Hartmut Seifert / Rainer Trinczek

Weniger Geld, kürzere Arbeitszeit, sichere Jobs? Soziale und ökonomische Folgen beschäftigungssichernder Arbeitszeitverkürzungen

Berlin: edition sigma 1997 (Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung 5); 240 S.; 27,80 DM; ISBN 3-89404-865-4
Es handelt sich um den zweiten Band der Untersuchung über beschäftigungssichernde Arbeitszeitverkürzungen im Steinkohlenbergbau (Ruhr AG) und in der Automobilindustrie (Volkswagen AG). Während im ersten Band (siehe ZPol 3/97: 1.072 f.) tarifpolitische Auswirkungen untersucht wurden, stehen im Zentrum dieser Studie die Bedingungen der Akzeptanz von Arbeitszeitverkürzungen ohne vollen Lohnausgleich. Die Autoren gehen folgenden Fragen nach: Wie werden die kürzeren Arbeitszeiten und das geringere Einkommen von den Beschäftigten angenommen? Wofür verwenden die Beschäftigten die gewonnene Zeit? Sind die betrieblichen Flexibilisierungen infolge der Arbeitszeitverkürzung mit den Arbeitszeitwünschen der Beschäftigten vereinbar? Haben sich höhere Leistungsanforderungen am Arbeitsplatz ergeben? Gibt es einen Zusammenhang zwischen betrieblicher Arbeitszeitstruktur und kommunalen Reaktionen auf diese Veränderung? Als die Akzeptanz beeinflussende Faktoren werden - neben dem Ziel der Beschäftigungssicherung - Einkommen, Arbeitszeit, Lebenssituation (Geschlecht, Kinderzahl, Alter), betrieblicher Status, Arbeitsbedingungen (Leistungs- und Mobilitätsanforderungen, Kollegialität) sowie Werteinstellungen analysiert. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, daß eine deutliche Mehrheit der Beschäftigten die getroffenen Regelungen akzeptiert. Die Sicherheit, weiterhin einen Arbeitsplatz zu haben, bildet dabei das Hauptmotiv für die Akzeptanz der Arbeitszeitverkürzung, deren einschneidendste Folge die Einkommmensminderung darstellt. Die in den schriftlichen und mündlichen Befragungen erhobenen Daten sind hauptsächlich für die Arbeitszeit- und Motivationsforschung am Arbeitsplatz von Interesse. Darüber hinausgehende Fragestellungen einer Akzeptanz von Arbeitszeitverkürzungen und Einkommenseinbußen, um eine allgemeine Beschäftigungssteigerung zu erzielen, bedürfen weiterer Forschung. Die Autoren vermuten hinsichtlich der Übertragbarkeit des Modells, daß dieses "eher nur als Maßnahme zur Beschäftigungssicherung durchsetzbar sei", weniger zur Beschäftigungssteigerung (201).
Martina Böhner (Bö)
Dr.
Rubrizierung: 2.342 Empfohlene Zitierweise: Martina Böhner, Rezension zu: Markus Promberger / Jörg Rosdücher / Hartmut Seifert / Rainer Trinczek: Weniger Geld, kürzere Arbeitszeit, sichere Jobs? Berlin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5229-weniger-geld-kuerzere-arbeitszeit-sichere-jobs_6869, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 6869 Rezension drucken
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