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/ 18.06.2013
Uwe Becker (Hrsg.)

Weniger Arbeit - Arbeit für alle?

Marburg: Schüren 2001; 276 S.; pb., 18,50 €; ISBN 3-89472-259-2
Auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters von Wuppertal ist - mit einem Vorlauf von zwei Jahren - im November 1999 ein internationaler Kongress in der Stadt veranstaltet worden, der in erster Linie lokale und kommunale Handlungsansätze zur Bekämpfung der Strukturkrise des Arbeitsmarktes behandelt hat. Die aus dieser Veranstaltung hervorgegangenen Beiträge beziehen sich zwar mehrheitlich auf Instrumente der Arbeitszeitpolitik, doch geschieht dies durchaus differenzierter als es der Titel zunächst vermuten lässt. Es geht nämlich weniger um pauschale Arbeitszeitverkürzung als vielmehr um eine Suche nach Arbeitszeitstrukturen, "deren Synchronisierung mit den Zeitbedarfen der Bürger und Bürgerinnen eine noch unerfüllte Aufgabe urbaner Gestaltung ist" (13). Im vierten Teil des durchgängig verständlich geschriebenen Sammelbandes werden ebenfalls Formen von Arbeit jenseits der Erwerbsarbeit (so genannter "Dritter Sektor" bzw. "Bürgerarbeit") erörtert. Inhalt: Uwe Becker: Einleitung. Weniger Arbeit - Arbeit für alle? (11-14). I. Arbeitszeitpolitik als Beschäftigungspolitik: Fred Henneberger: Arbeitszeitpolitik als Beschäftigungspolitik? Zur Diskussion der Beschäftigungseffekte von Wochenarbeitszeitverkürzungen in Privatwirtschaft und Öffentlichem Dienst (17-50); Bernd Hof: Arbeitszeit im Wandel - zwischen Zeitsouveränität und Flexibilisierungsdruck (51-65); Rainer Trinczek: Arbeitszeitflexibilisierung zwischen Unternehmens- und Beschäftigteninteressen - das Beispiel der bundesdeutschen Metallindustrie (67-90); Jan Priewe: Wirtschaftswachstum - Beschäftigung - Umweltschutz: Perspektiven für einen sozial-ökologischen Wandel der Gesellschaft - Sieben Thesen (91-100); Peter Auer: Beschäftigungserfolge in kleineren europäischen Ländern - Beispiel für die großen? (101-108). II. Arbeitszeitverkürzung - Aspekte gegenwärtiger Praxis: Camal Gallouj: Die französischen Politikrichtlinien zur Arbeitszeitverkürzung (AZV): Das Aubry-Gesetz und seine Folgen (111-128); Janneke Plantenga: Arbeitszeit in den Niederlanden. Die Zunahme der Teilzeitbeschäftigung (129-141); Dietmar Bell: Bündnis für mehr Beschäftigung. Die Kommune als innovativer Arbeitsmarktakteur (143-148); Norbert Reiners: Teilzeitbündnis in Niedersachsen (149-154). III. Arbeitszeit und Lebenszeit - Perspektiven für mehr Lebensqualität: Gabriele Schilling: Gutes Leben mit weniger Arbeit? Perspektiven für mehr Lebensqualität (157-170); Ulrich Mückenberger: Arbeitszeit - Lebenszeit. "Zeiten der Stadt" (171-188); Martina Heitkötter: Lokale Leitpolitik - ein neues Handlungsfeld für die Kommunen? Erfahrungen des ersten deutschen ZeitBüros in Bremen-Vegesack (189-201). IV. Arbeit ist mehr als Erwerbsarbeit: Hans Ruh: Von der Arbeitsgesellschaft zur Tätigkeitsgesellschaft (205-210); Kurt Horz / Jens Mittelsten Scheid: Eigenarbeit und Eigenversorgung - Bausteine für einen nachhaltigen Lebensstil (211-221); Brigitte Stolz-Willig: Über die Neubewertung der Familienarbeit und die Perspektiven der Geschlechterdemokratie (223-236); Michael Wiedemeyer: Lokale Beschäftigungsförderung und Dritter Sektor - eine Modellskizze (237-263); Günther Lorenz: "Dritter Sektor - Beschäftigungsbereiche und -potenziale in Europa" (265-274).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2622.3422.61 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Uwe Becker (Hrsg.): Weniger Arbeit - Arbeit für alle? Marburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17288-weniger-arbeit---arbeit-fuer-alle_19890, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19890 Rezension drucken
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