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/ 21.06.2013
Friederike Föcking

Fürsorge im Wirtschaftsboom. Die Entstehung des Bundessozialhilfegesetzes von 1961

München: R. Oldenbourg Verlag 2007 (Studien zur Zeitgeschichte 73); VII, 556 S.; geb., 74,80 €; ISBN 978-3-486-58132-4
Im Mittelpunkt dieser zeitgeschichtlich orientierten Arbeit steht die Ausgestaltung des Bundessozialhilfegesetzes als Ergebnis der sozialpolitischen Weichenstellungen seit den zwanziger Jahren sowie als Schnittmenge verschiedener politischer Bereiche und Akteure. Föcking skizziert entsprechend zuerst einen Abriss der Fürsorge seit der Weimarer Republik, bevor sie die einzelnen reformierten Bereiche (getrennt nach Grundlagen, Hilfemöglichkeiten und Strukturen) sowie die konkreten Verhandlungen ausführlich schildert. Gerade die Nachzeichnung der Entstehung eines Gesetzes, für das der Bund lediglich die Kompetenz der Rahmengesetzgebung besitzt und somit auf die Unterstützung aus den Kommunen und Ländern, aber auch sozialpolitisch engagierter Vereine (Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge) sowie der Kirchen angewiesen bleibt, ist äußerst interessant. Dass die Einführung des Bundessozialhilfegesetzes im Vergleich zu den anderen bekannteren sozialpolitischen Reformen der Kabinette Adenauer weniger öffentlich debattiert wurde, bestätigt für Föcking, dass die Sozialhilfe lediglich als Ausnahme gedacht war, was angesichts der wirtschaftspolitischen Entwicklung seit den siebziger Jahren zwangsläufig zu deren Überlastung führen musste.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 2.3132.342 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Friederike Föcking: Fürsorge im Wirtschaftsboom. München: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27537-fuersorge-im-wirtschaftsboom_32298, veröffentlicht am 16.08.2007. Buch-Nr.: 32298 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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