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/ 11.06.2013
Claus Detjen

Die anderen Deutschen. Wie der Osten die Republik verändert

Bonn: Bouvier Verlag 1999; 151 S.; geb., 32,- DM; ISBN 3-416-02855-4
Zum zehnten Jahrestag der Wiedervereinigung zieht Detjen eine kritische Bilanz der Entwicklung und der Fortschritte auf dem Weg zur inneren Einheit. Anhand von vielen Beispielen zeigt er grundsätzliche Unterschiede zwischen Ost und West auf, die den Umgang miteinander erschweren. Vom Osten zeichnet er ein teilweise recht schonungsloses Bild, das an die Beschreibungen autoritärer Kleinbürger der Bundesrepublik der 50er Jahre erinnert. Die Nachwirkungen der DDR-Sozialisation sind häufig noch zu spüren; so ist denn auch keine Frage, wer die größere Wegstrecke bei der Annäherung von Ost und West vor sich hat. Allerdings macht er auch im Westen deutliche Defizite aus: zu viel Wert wurde auf die wirtschaftliche Angleichung gelegt, zu wenig auf die Vermittlung der Grundlagen des politischen Systems. Und insgesamt läßt sich im Westen zu wenig Interesse an Ostdeutschland feststellen, zu wenig Verständnis für ostdeutsche Befindlichkeiten. Dieses Buch stellt eine Aufforderung zu mehr gegenseitigem Verständnis dar, vor allem aber zur offenen Auseinandersetzung mit der Unterschiedlichkeit in Ost und West.
Andreas Hallermann (AH)
Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
Rubrizierung: 2.32.313 Empfohlene Zitierweise: Andreas Hallermann, Rezension zu: Claus Detjen: Die anderen Deutschen. Bonn: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10960-die-anderen-deutschen_12957, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12957 Rezension drucken
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