/ 11.06.2013
Johannes Leeb
"Wir waren Hitlers Eliteschüler" Ehemalige Zöglinge der NS-Ausleseschulen brechen ihr Schweigen
München: Wilhelm Heyne Verlag 1999; 267 S.; 14,90 DM; ISBN 3-453-16504-7Über 17.000 Schülerinnen und Schüler durchliefen bis 1945 die "Nationalpolitischen Erziehungsanstalten" (Napola), die "Adolf-Hitler-Schulen" bzw. die "Reichsschulen", allesamt Teil eines Eliteschulsystems im NS-Staat, das den Nachwuchs seiner Führungskader in Politik, Wirtschaft und Militär im Sinne der NS-Ideologie ausbilden sollte. Der Band sammelt die persönlichen Erinnerungen von Absolventen dieser "NS-Eliteschulen", die der Herausgeber in schriftlichen und mündlichen Interviews in den 90er Jahren zusammengetragen hat. Jedem Beitrag ist ein Porträt des Werdegangs der betreffenden Person nach 1945 vorangestellt. Den Abschluß bildet eine historische Einführung in Entstehung, Aufbau und Funktion der Napola-Schulen im NS-Staat. Die Taschenbuchausgabe des 1998 bei Rasch und Röhring erschienenen Titels wurde um den Beitrag von Chalupa erweitert.
Inhalt: Johannes Leeb: Warum dieses Buch? (13-20); Rüdiger Freiherr von Wechmar: "Ich wurde in der preußischen Tradition erzogen" (23-37); Hans Fischach: "Feldafing war das Glück meiner Jugend" (39-53); Ernst-Christian Gädtke: "Meine Reifeprüfung der anderen Art" (55-58); Hardy Krüger: "Von der Ordensburg nach Babelsberg" (61-69); Ernst Esser: "Ich war stolz auf meine Zeit in Feldafing" (71-75); Dietrich Steinkopff: "Im Kampfgetümmel halfen uns auch die alten Griechen nicht mehr" (77-87); Heiner Schmidt: "Von der 'Napola Zackig' bis zu den NKWD-Verhören" (89-99); Otto Schuster: "Meine Eltern waren strikt dagegen" (101-110); Uwe Lamprecht: "Wir sollten unser Letztes für Volk und Führer geben" (113-122); Leopold Chalupa: "Vom Napola-Schüler zum NATO-Oberbefehlshaber" (125-137); Horst Janssen: "Jungmann Janssen und die 'Erotik des Strafdienstes'" (139); Martin Bormann: "Vom Reichsschüler in Feldafing zum Missionar im Kongo" (141-157); Hertha von Bergh: "Eine deutsche Erziehung: Vom Pietisten-Internat über die Klosterschule zur Reichsschule SS" (159-171); Hans Dutzler: "Der preußische Drill auf der Ordensburg war für uns Österreicher manchmal recht hart" (173-183); Harald Scholtz: "Ordensburgen sollten Manager der Macht heranziehen" (185-191); Max Klüver: "Ordensburgen erzogen eine Führungsschicht, die nicht herrschte, sondern diente" (193-198); Mainhardt Graf Nayhauß-Cormons: "Vom Mord der Nazis an meinem Vater erfuhr ich erst nach dem Krieg" (201-212); Engelbert von Nayhauß: "Vierzehnjährige auf Panzerjagd. Tagebuch meiner Zeit auf der Napola 1944/45" (213-217); Harald Ofner: "Wir hätten jeden Befehl bedingungslos befolgt" (219-230); Hellmuth Karasek: "Die Angst der Bettnässer" (233-239); Elke Fröhlich: Die drei Typen der national-sozialistischen Ausleseschulen (241-263).
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.312 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Johannes Leeb: "Wir waren Hitlers Eliteschüler" München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10899-wir-waren-hitlers-eliteschueler_12884, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 12884
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
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